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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Palaisgarten Detmold

Der etwa 7,5 ha große Landschaftspark entstand 1851 am Neuen Palais (heute: Hochschule für Musik) des lippischen Fürstenhauses. Er ging aus der Umgestaltung eines ursprünglich etwa 2,4 ha großen barocken und von einer hohen Mauer umgebenen Gartens im Stile eines „hortus conclusus“ hervor. Unter Einbeziehung von Teilbereichen eines Tiergartens wurden weite und abwechslungsreich gestaltete Wiesenräume geschaffen und mit fremdländischen Gehölzen bepflanzt. Mehrere auffällige Baumrondelle, darunter die „12 Apostel“, sind typische Merkmale des Parks.

Eine besondere Attraktion sind die zwischen 1851 und 1858 geschaffenen Brunnen und Wasserspiele, die alle noch in Betrieb sind. Dazu gehören das ovale Bassin mit der großen Fontäne und die aus mächtigen Steinblöcken gemauerte „Kleine“ und „Große Kaskade“. Mit figürlichem Schmuck sind Froschfontäne, der Delphinbrunnen und der Schwanenteich ausgestattet.

Im Jahre 1918 wurde der Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Südteil des Parks wurde 1965/68 das Chor- und Orchestergebäude der Hochschule für Musik errichtet. Die gärtnerische Neugestaltung dieses Bereichs wurde von dem prominenten Gartenarchitekten Prof. Hermann Mattern ausgeführt.

Der Palaisgarten in Detmold zählt zu den herausragenden historischen Parkanlagen in Ostwestfalen-Lippe. Der etwa 7,5 ha große Park im Stile eines englischen Landschaftsparks repräsentiert mit seinen erhaltenen und erkennbar gebliebenen Ausstattungselementen die Entwicklung und den Wandel der gartenkünstlerischen Gestaltung über einen Zeitraum von über 300 Jahren. Er gehörte zu dem in den Jahren 1706 – 1718 errichteten, damals vor den Toren der Stadt liegenden Lustschlösschen des Grafen Friedrich Adolph zur Lippe. Dieser schenkte es seiner zweiten Gemahlin Gräfin Amalia von Solms-Hohensolms als Witwensitz.

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Bei dem so genannten, etwa 2,4 ha großen „Burggarten“ handelte es sich um einen intimen, von einer hohen Mauer umgebenen „hortus conclusus“ („geschlossener Garten“). Dieser terrassierte Barockgarten war durch ein achsiales Wegenetz gegliedert und in unmittelbarer Hausnähe mit einem quadratischen Broderieparterre und einem runden Fontänebecken ausgestattet. Daran schlossen sich regelmäßig aufgeteilte Pflanzbeete und Quartiere zum Anbau von Gemüse und Obst an. Die überschüssigen Erzeugnisse des Gartens verkaufte man auch auf dem Detmolder Wochenmarkt.

Südlich des ummauerten Barockgartens, im bewaldeten Gelände des Büchenbergs, begann man 1746 mit der Errichtung eines umzäunten Tiergartens.

Sichtbare Zeugnisse der Entstehungszeit sind die umlaufende, hohe Bruchsteinmauer im Norden und Osten, Reste der südlichen Außenmauer im Bereich der „Kleinen Kaskade“ und der „Steinerne Tisch“, eine mehr als fünf Tonnen schwere Tischplatte, die ursprünglich als Trittplatte vor dem Gartenportal des barocken Lustschlösschens gelegen hatte.

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Leopold III. (1821 – 1875) wählte das Palais zum dauerhaften Wohnsitz und veranlasste 1851 die Umgestaltung des barocken Gartens in einen Landschaftspark. Seit der Fertigstellung im Jahre 1854 wird die Anlage als „Palaisgarten“ bezeichnet. Unter Einbeziehung von Teilbereichen des Tiergartens wurden weite und abwechslungsreich gestaltete Wiesenräume geschaffen und mit fremdländischen Gehölzen bepflanzt. Unter den zahlreichen dendrologisch interessanten Laub- und Nadelgehölzen ragen besonders verschiedene Tulpenbäume, Flusszedern und zwei Mammutbäume hervor. Letztere brachte Leopold III. 1858 von einer Italienreise mit. Mehrere auffällige Baumrondelle aus Linden, Eichen und Ahornen betonen bestimmte Bereiche. Die markanteste Baumgruppe findet sich im Süden, nämlich die „12 Apostel“, ein Rondell aus alten Linden, von denen elf Exemplare kreisförmig um eine Linde im Zentrum angeordnet wurden. Von diesem idyllischen Flecken aus blickt der Besucher auf das umgebende Lippische Bergland oder den Park mit dem riesigen Mammutbaum am Schwanenteich.

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Die Wasserkünste sind seit ihrer Entstehung in den Jahren 1851 – 58 eine der wichtigsten Attraktionen. Dazu gehören das ovale Bassin mit der großen Fontäne und die aus mächtigen Steinblöcken gemauerte „Kleine“ und „Große Kaskade“. Mit figürlichem Schmuck sind Froschfontäne, der Delphinbrunnen und der Schwanenteich ausgestattet.

Die schönste Jahreszeit im Park ist der Sommer, wenn die Wasserkünste den Besucher mit ihren Fontänen und Brunnen erfreuen. Aber auch im Winter stellt der Park einen besonderen Anziehungspunkt dar; denn dann nutzen die Kinder aus der Umgebung den Papenberg als Rodelhang.

Das 1855 errichtete Maschinenhaus vor dem westlichen Parkeingang pumpt das Wasser aus dem Friedrichstaler Kanal zu einem Hochbehälter oberhalb des Palaisgartens, von wo aus es mit natürlichem Druck die Wasserspiele und Teichanlagen nach dem Prinzip der artesischen Brunnenanlage versorgt. Der Einsatz der Francis-Turbine war zur damaligen Zeit geradezu revolutionär und eine Meisterleistung der Ingenieurtechnik; denn zum ersten Mal konnten Wasserspiele mittels Pumpentechnik betrieben werden. Seit der Erneuerung der Wasserleitungen im Jahr 2009 können die Wasserspiele und alle Teichanlagen über eine moderne Regeltechnik gesteuert werden, gleiches gilt für die nächtliche Illumination der Gartenanlage.

Rechts vom Maschinenhaus befindet sich, vor den Blicken des Besuchers etwas verborgen, ein klassizistisches Sandsteinportal von 1836, das früher den Eingang zum Bergkeller bildete, der zur Lagerung von Eis diente.

Nach der Abdankung Leopold IV. im Jahre 1919 ging das „Neue Palais“ in das Eigentum des neu gegründeten Landes Lippe über und der Garten wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach der zwischenzeitlichen Nutzung des Gebäudes als Museum hat nach dem zweiten Weltkrieg die Hochschule für Musik ihren Lehrbetrieb dort aufgenommen.

Im Südteil des Parks wurde 1965/68 das schwarz verschieferte Konzerthaus der Hochschule für Musik errichtet. Die gärtnerische Einbindung wurde nach Plänen des prominenten Gartenarchitekten Prof. Hermann Mattern ausgeführt. Eine diagonale Treppenanlage trennt einen terrassierten Rosengarten von einem durch geometrische Rosenbeete gekennzeichneten Bereich.

ET_OWL_besinfo_detmoldHochschule für Musik
(Palaisgarten Detmold)
Willi-Hoffmann-Straße 5
32756 Detmold (Kreis Lippe, NRW)
Tel.: 05231-977-328
E-mail: tourist.info@detmold.de
www.stadtdetmold.de

 

 

Eigentümer: Land Nordrhein-Westfalen

Öffnungszeiten:
Der Park ist ganzjährig zugänglich

Preise:
Freier Eintritt, einige Veranstaltungen sind eintrittspflichtig

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Aktuelle Informationen zum Kulturprogramm finden Sie auf dieser Website.

Touristische Informationen:

  • Parklandschaft Friedrichstal westlich des Palaisgartens und sehenswerte historische Altstadt
  • Cafeteria in der Hochschule für Musik
  • WC: in der Hochschule für Musik oder im Konzerthaus
  • Parken: In der Nähe
  • Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park: Ja
  • Bänke im Park: Ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 1,5 Stunden
  • Barrierefreier Zugang: Die Wege sind für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich, allerdings gibt es einige Steigungen.

Anfahrt:
Vom Bhf. Detmold, Buslinien 701 / 703 / 782 / 792 Richtung Berlebeck/ Hiddesen/ Bad Meinberg/ Emmerstausee bis” Palaisgarten”