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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Der Bardini Garten – Sieben Jahrhunderte Florentiner Geschichte

Der Bardini Garten ist ein einzigartiger Ort, von dem aus Sie das Stadtpanorama von Florenz mit seinen Bauwerken und umgebenden Hügeln genießen können. Ein Besuch ist eine Reise durch Kunst, Natur und sieben Jahrhunderte Florentiner Geschichte bis in die Gegenwart.

Mit vier Hektar breitet sich der Garten fast vollständig über dem Hügel aus, der vom Ufer des Arno und dem Ponte Vecchio zum Tor von San Giorgio und dem Forte Belvedere ansteigt.

Eine Besonderheit des historischen Gartens ist seine dreiteilige Anlage: der Obstgarten im Osten, die barocke Treppe im Zentrum, und der Englische Garten im Westen.

Ein Besuch des Bardini Gartens bietet eine Fülle botanischer und historischer Besonderheiten. Der Obstgarten besitzt einen großen Bestand an Obstbäumen, Noisette-Rosen, Hortensien und Glyzinien. Die barocke Treppe ist von Statuen, Wasserspielen und Grotten gesäumt: am Fuß befindet sich ein zeitgenössischer Blumengarten, der zu allen Jahreszeiten blüht; Iris und Bourbon-Rosen begleiten die Treppe im oberen Teil und rahmen die Belvedere Terrasse ein.

Eine Waldlandschaft mit vielen Wasserspielen prägt den Englischen Garten. Den zentralen Bereich bildet ein langer Kanal, eine Seltenheit in historischen Florentiner Gärten. Die Villa besitzt zwei wunderschöne Aussichtsterrassen; im Osten kann man einen herrlichen Blick über Florenz und im Westen den eindrucksvollen Sonnenuntergang genießen.

Der Bardini Garten ist in drei Gärten angelegt, die sich in Epoche und Stil unterscheiden. Das Herzstück bildet die große Treppenanlage aus dem 17. Jh., die Ende des 18. Jhs. von Giulio Mozzi mit Statuen und Wasserspielen ausgestattet wurde. Im Westen liegt der von Jacques Louis Le Blanc Mitte des 19. Jhs. mit Wäldchen und Kanälen angelegte Englisch-Chinesische Garten, der die Villa Manadora aus dem 17. Jh. umgibt. Im östlich gelegenen Obstgarten mit seinen traditionellen toskanischen Obstsorten erfreut den Besucher auch Spalierobst an unterschiedlichen Spalieren.

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Darüber hinaus ist der Bardini Garten wegen seiner Pflanzensammlungen, die während der Restaurierungsperiode zwischen 2000-2007 angelegt wurden, einmalig in Florenz.

Ein Besuch des Gartens kann am unteren Eingang an der Via dei Bardi N° 1 red. beginnen. Wir folgen dem Weg bergauf zur Gabelung, an der sich ein großes Wandmosaik mit dem Relief des Mozziwappens (spätes 18. Jh.) befindet. Der rechte Weg führt zum Englischen Waldgarten hinauf, während sich der Hauptweg ebenerdig fortsetzt. Mit der Anlage des Fahrweges durchbrach Stefano Bardini die drei ummauerten Obstgärten, die den Palazzo Mozzi auf der Hügelseite abschotteten. Um Platz für die Zufahrt zu schaffen, riss Stefano Bardini die historischen Gartenmauern ein und errichtete neue, die er mit Stücken aus seiner Skulpturensammlung schmückte.

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Wir folgen dem rechten Weg und kommen zu einer Terrasse und einer Treppe, die mit Travertin- und Stuck-Büsten (Reste des barocken Gartendekors) geschmückt ist, und uns nach unten zur Terrasse mit Blick über den Palazzo Mozzi führt. An der letzten Treppenflucht stehen zwei Steinskulpturen, die wahrscheinlich Vertumnus und Pomona, die Schutzheiligen der Obsthaine und Gärten, darstellen. Treppabwärts liegt eine kleine Grotte (18. Jh.) mit einer besonders schön restaurierten Stuckdekoration.

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Dann passieren wir eine Rosenpergola, die herrliche Blicke über die Stadt bietet. Wir erreichen den Blumengarten, ein Spiegelbild der grandiosen Anlage im oberen Treppenbereich, die hier jedoch weniger steil ist; sie besitzt drei Wege, die, gesäumt von Staudenrabatten mit Frühlings- und Sommerblühern, an drei Steinmuschelbrunnen mit Mosaikwänden enden.

Bergauf öffnet sich ein großer Obstgarten. Im Zuge der vollständigen Neubepflanzung des Obstgartens blieben nur der rosa blühende Weißdorn bei der Glyzinienpergola und der große Kirschbaum am Fuß des Obstgartens auf ihren ursprünglichen Platz. Neu angepflanzt wurden eine Sammlung alter Obstbäume, die typisch für toskanische Gärten sind sowie verschiedene Formen von Spalierobst.

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Eine Plantage mit Zwergobstbäumen wurde in der Nähe der Karyatiden-Nische angelegt: die ‘Francesca’-, ‘Annurca’-, ‘Diacciola’-, ‘Mela rosa’– und ‘Zucchina’-Äpfel, die im Winter Früchte tragen und den „sehr frühen Roten“ mit seinen frühsommerlichen Früchten, die ‘Bella di giugno’-, ‘Madernassa’-, ‘Campana’- und ‘Butirro hardy‘-Birnen, die von Sommer bis Winter Früchte tragen, sowie weitere Pflaumen- und Pfirsichsorten. Dem Weg weiter folgend kommen wir zur langen Glyzinienpergola, der szenografischen Treppenanlage sowie der Hortensiensammlung.

Ein Ziel der Gartenrestaurierung war es, das botanische Interesse wiederzubeleben und einen Grundstock an Pflanzensammlungen aufzubauen, die sowohl zur Schaffung einer Reihe von Themengärten in der toskanischen Tradition als auch als Referenzpunkt aus botanischer und gestalterischer Sicht dienen sollen. Hortensien wurden in den Romantischen Florentiner Gärten kultiviert.

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Wir gelangen nun zur großen Belvedere Terrasse, die den besten Panoramablick über die Stadt bietet: die Balustrade zieren Statuen (aus dem Veneto), Urnen und Obstkörbe. Die Belvedere Terrasse ist ebenfalls Stefano Bardinis Werk: mit der Vergrößerung der Kaffeehauses im 18. Jh., die er mit Sandsteinsäulen aus Pistoia verband, schuf er ein grandioses Finale in der Szenografie der Treppenanlage. Die rustikale Grotte am Westende des Belvedere ist Teil des Englischen Gartens. Sie stammt aus dem frühen 19. Jh., als der westliche Teil des Gartens Luigi Le Blanc gehörte.

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Hinter der Belvedere Terrasse liegt eine Kameliensammlung mit 30 alten Sorten, wie z. B. „Generale Coletti“, „Sacco Vera“, „Oscar Borrini“ oder “Lavinia Maggi“. Die Kamelien wurden entlang der mittelalterlichen Florentiner Stadtmauer gepflanzt.

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Von der Belvedere Terrasse aus passieren wir nun das Azaleenbeet mit dem Drachenkanal – einem weiteren Teil des Englisch-Chinesischen Gartens von Luigi Le Blanc aus dem frühen 19. Jh. – und betreten den Englischen Garten. Der Drachenkanal, der auf der Basis archäologischer Ausgrabungen restauriert wurde, ist von Farnen, Christrosen, Traubenlilien und anderen schattenliebenden Pflanzen gesäumt. Die Azaleen kamen in jüngster Zeit dazu, um die Sammlung wiederaufzubauen, die in den 60er Jahren der Stolz des Gartens war. Den großen Rasen beherrschen Ceres und Bacchus, zwei Statuen aus Ligurien, die Stefano Bardini hier platzierte.

Vom Azaleenbeet gehen wir bergauf zur restaurierten Orangerie und weiter auf dem geschwungenen Weg durch den oberen Englischen Garten mit seinen wunderschönen Ausblicken über die Stadt, und dann hinunter zur Villa, wo die große Terrasse sich nach Westen öffnet und einen weiteren Blick über die Stadt bietet. Auf dem Weg zur Villa hinunter gönnen wir uns eine Pause auf dem großen Rasen mit Venusspringbrunnen aus dem 16. Jh..

Text: Mariachiara Pozzana

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Adresse:
Giardino Bardini
Costa San Giorgio 2 (und) Via die Bardi 1
50125 Florenz
Italien
Email: info@bardinipeyron.it
Website: www.bardinipeyron.it

Eigentümer: Foundation Parchi Monumentali Bardini-Peyron

Öffnungszeiten: 

8.15 – 16.30 Uhr (November, Dezember, Januar, Februar)
8.15 – 17.30 Uhr (März)
8.15 – 18.30 Uhr (April, Mai, September, Oktober)
8.15 – 19.30 Uhr (Juni, Juli, August)
Geschlossen jeden ersten und letzten Montag im Monat, 1. Januar, 1. Mai und 25 Dezember

Preise:
Erwachsene 7 Euro (18-25 Jahre: 3,50)
Freier Eintritt unter 18 Jahre sowie diverse andere Vergünstigungen
Führungen: Anmeldung Tel.: 0039 55 20066206

Kulturprogramm und Ausstellungen: Aktuelle Informationen finden Sie unter:www.bardinipeyron.it

Touristische Informationen:

  • Restaurant/Cafe:Ja.
  • WC: Ja.
  • Parken: Kostenfreie Parkplätze in der Forte Belvedere. Bitte benutzen Sie auch öffentliche Parkplätze.
  • Shop: Ja.
  • Gartenplan und weitere Informationen über den Park: Einen Plan zu den Gärten finden Siehier.
  • Bänke im Park: Ja.
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 2 Stunden.
  • Barrierefreier Zugang: Die Wege sind wegen der Hanglage und den Treppen für Menschen mit Mobilitätsbehinderung schwer zugänglich.
  • Programm für Kinder: Ja.
  • Hunde: Keine Hunde.
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