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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Der Cottage-Garten von Margery Fish

In East Lambrook war Margery Fish, die “Mutter” des englischen Cottage-Gartens, zu Hause. Artikel und Bücher von Margery Fish sind so populär, dass sie immer wieder neu aufgelegt werden. Durch ihre Ideen passte sich die Gartengestaltung an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der britischen Nachkriegszeit an. Die Freude an Pflanzen und einfachem Design, zuvor ein Privileg der Reichen, wurde zum Gartenvergnügen für jedermann.
Ein lauschiges Wandeln durch die Intimität üppiger Blumenbeete löst die prachtvollen Panoramen ab, mit denen Herrenhäuser vormals in Szene gesetzt wurden.

Heute können Besucher diesen Geist nach wie vor in den Gärten von East Lambrook genießen, die nach ihrer Restaurierung eine lebendige Erinnerung an Margery Fish sind.

East Lambrook beherbergt auch eine der frühesten Gärtnereien und produziert heute noch vielfältige Geranium- und Euphorbia-Sorten sowie andere typische Cottagegarten-Stauden, die für alle Gärten geeignet sind.

East Lambrook wird heute im Sinne von Margery Fish erhalten und die Anlage ist und bleibt der Inbegriff des englischen Cottagegartens.

East Lambrook Manor war das Zuhause der beeindruckenden und außergewöhnlichen “Mutter” des englischen Cottage-Gartens, Margery Fish.

Die Hänge im Westen des Gartens sind in Terrassen gegliedert, die mit Steinplatten angelegt sind. Hier zeigt sich Margery Fishs Idee des “gepflanzten Dschungels” am deutlichsten: Die Beete sind dicht bepflanzt mit Stauden, die über die Kanten quellen und kein Stückchen Boden unbedeckt lassen.

Rosa Storchenschnabel, weiße Schneeflocken, Lungenkraut, Sauerklee und Katzenminze sind in die Beete gezwängt, Gipskraut, Blaukissen und Feuerhexe wuchern über die Mauern; Brennende Liebe, Schneehaube, Mauerpfeffer und Felsenglockenblume füllen die Ritzen.

Die Terrassen führen zu einem hoch gelegenen Rasen – einer Stelle, an der man wunderbar sitzen und entspannen kann – und zum “White Garden”, der das Ergebnis vieler freundlich ausgetragener Meinungsverschiedenheiten mit der Autorin Vita Sackville-West ist, die die Restaurierung des nahe gelegenen Montacute unterstützte. Der weiße Garten wurde mit weißen Frühjahrsblühern angelegt, darunter auch Margery Fishs absoluter Liebling: die gefüllte weiße Primel.

Ein kürzlich erweiterter, nach Süden ausgerichteter “Silver Garden” ist mit mediterranen silbrigen Pflanzen bewachsen, die vom vollen Sonnenlicht besonders profitieren. Dieser Garten beeindruckt mit silberfarbenen und grauen Pflanzen unterschiedlicher Gestalt. Als Tupfer eingestreut sind zartes Rosa, Blau und leuchtendes Rot, die alle um den Blick des Betrachters wetteifern.

Die östliche Hälfte des Gartens ist noch variantenreicher. Hier liegt ein wilder “Green Garden”, in dem sich schattenliebende Pflanzen wohl fühlen. Es gibt es den seltenen weißblühenden Judasbaum, eine alte Quitte, eine Mispel und eine grünblühende Rose. Ganz in der Nähe liegen der “Wooded Helleborous Garden” und der “Snowdrop Garden”, die Mitte des 20. Jahrhunderts für ihre herrlichen Frühlingsbilder mit über 200 seltenen Schneeglöckchenarten sowie Christrosen und Nieswurz bekannt wurden.

Walter und Margery Fish kauften einen benachbarten Obstgarten, mit dem Ziel, den Graben zwischen ihrem Garten und der Erweiterung zu einem Teich umzugestalten. Der Graben fiel jedoch trocken. Margery Fish ließ sich nicht abschrecken und wandelte in ihrer unkonventionellen Art die Ufer in Blumenbeete um. Der Graben ist im Frühling faszinierend, wenn zwischen jungen Farnen, Purpurglöckchen und Storchenschnabel hunderte Blausterne, Glockenblumen und Christrosen zum Leben erwachen. Am Ende des Grabens entstand der sogenannte “Lido” als steinerne Wasserkaskade. Heute ist der Lido ein feuchtes, schattiges Eldorado für Funkien, Schaublätter, Farne, Primeln und ein Blumenwasserfall aus weißblühenden Glyzinien.

Margery Fish war auch für ihre Großzügigkeit bekannt. Sie verschenkte Pflanzen an Besucher aus nah und fern, was so weit ging, dass ihr eigener Garten manchmal nahezu vollständig kahl aussah. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in East Lambrook eine der ersten produzierenden Gärtnereien. Heute setzt ein ausgedehnter Gartenbaubetrieb mit Pflanzenverkauf diese Tradition in East Lambrook fort. Die Gärtnerei ist bekannt für winterfeste Storchenschnabel, Wolfsmilch und eine Vielzahl von Stauden, die sich sowohl für Cottage-Gärten als auch für alle anderen Gärten eignen.

In East Lambrook gibt es auch einen preisgekrönten Teashop, der Pflanzen, die hier wachsen, als Zutaten verwendet. Im Aussenbereich sitzen die Gäste inmitten eines Duftgartens umgeben von Seidelbast, Rosen und Lavendel.

 

Adresse:
East Lambrook Manor Gardens
South Petherton
Somerset, GB
TA13 5HH
Tel.: 0044-(0)1460 240 328
Email: office@eastlambrook.com
Website: www.eastlambrook.com


Eigentümer:
privat

Öffnungszeiten:
The Garden & Margery Fish Plant Nursery
Februar, Mai, Juni, Juli: täglich von 10:00 – 17:00
März, April, August, September, Oktober: dienstags – samstags 10:00 – 17:00

Preise:
Erwachsene: 5,50 £; Senioren: 5,00 £; Gruppen >10: 4,80 £
Kinder unter 16 haben freien Eintritt.

Kulturprogramm:
Aktuelle Informationen zum Kulturprogramm finden Sie auf der Website: www.eastlambrook.com

Touristische Informationen:

  • Shop: Der Shop verkauft Gartenartikel, lokale Erzeugnisse und Margery-Fish-Bücher. In der Gärtnerei können alle Pflanzen gekauft werden, die in East Lambrook wachsen.
  • Café / Restaurant: Die Zutaten der Gerichte, die im Teashop angeboten werden, stammen bevorzugt aus dem eigenen Garten. Weitere Lebensmittel werden bei lokalen Produzenten und Händlern eingekauft.
  • WC: Toiletten beim Shop.
  • Parken: Fahrzeuge können entweder am “paddock car park“ gegenüber des Haupteingangs parken oder am „orchard car park“ am oberen Ende des Geländes.
  • Bänke im Park: ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 1 bis 2 Stunden.
  • Barrierefreier Zugang: Die Gärten sind nur teilweise behindertengerecht zugänglich. Gehbehinderte Besucher können den Westteil des Gartens einschließlich „Wooded Helleborous Garden“, den Graben, sowie die Gärtnerei ohne Einschränkungen besuchen. Die Terrassengärten sind aufgrund einiger schmaler Wege nicht rollstuhltauglich.
  • Hunde werden im Park nicht zugelassen, außer Blindenhunde.

Orientierungsplan / Informationen zum Park:
Beim Eintritt erhält der Besucher eine kostenlose Übersichtskarte mit Informationen zum Park auch in Englisch, Französisch und Deutsch verfügbar.