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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Der Garten der Royal Horticultural Society in Wisley

Der Royal Horticultural Society Garden Wisley ist ein Lehrgarten für alle Aspekte des angewandten Gartenbaus und bietet einen lebenden Katalog an Zier- und Küchenpflanzen. In der herrlichen 100 Hektar großen Anlage wird britischer Gartenbau in höchster Vollendung demonstriert.

Sir Thomas Hanbury vermachte Wisley Garden 1903 der Royal Horticultural Society, die 1804 gegründet wurde und heute Großbritanniens führende Stiftung zur Förderung der Gartenbaukunst ist.

Zu jeder Jahreszeit bietet Wisley vielfältige Gelegenheit, neue Ideen und Inspirationen zu sammeln sowie vom Wissen und der Erfahrung von Fachleuten zu profitieren. Die Ausbildung heutiger und zukünftiger Generationen an Gärtnern und Gartenbaufreunden wird als Hauptaufgabe angesehen. Die Angebote umfassen spezielle Programme für Schulen sowie eine Reihe von Workshops und Vorträgen für jeden, der Interesse hat, ein höheres Level an Fachwissen zu erreichen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich die große Bedeutung von Wisley garden für das nationale Erbe der Gartenkultur.

Über die atemberaubend schönen Gärten hinaus bietet das Wisley Plant Centre dem Besucher eine immense Auswahl an über 10.000 zum Teil seltene und außergewöhnliche Pflanzenarten an. Der Wisley-Shop birgt eine breite Palette an Geschenkartikeln und ist bekannt für seine große Auswahl an Gartenbüchern.

Der Garten liegt zwischen Cobham und Ripley, abseits der Hauptstraße von London nach Portsmouth

1878 wurde Glebe Farm von George Ferguson Wilson, einem Londoner Geschäftsmann und bekannten Züchter von Obst und Orchideen, gekauft. Beeinflußt durch die Schriften von William Robinson richtete Wilson einen experimentellen Garten auf einem Teil des Geländes an und nannte ihn „Oakwood“ (Eichenwald). Nachdem Wilson 1902 gestorben war, erstand Sir Thomas Hanbury – ein wohlhabender Quäker und Gründer des Gartens in La Mortola an der italienischen Riviera – 1903 das 24 Hektar große Gelände und schenkte es der „Royal Horticultural Society“ (Königliche Gartenbaugesellschaft, RHS) zur Förderung und Weiterentwicklung des experimentellen und wissenschaftlichen Gartenbaus.


Über 30 Jahren hatte die Society nach einem größeren Garten „jenseits der Dunstglocke von London“ gesucht, um den Garten von Chiswick, den sie bis 1822 gepachtet hatte, zu ersetzen. Außerdem plante die Gesellschaft eine neue Ausstellungshalle sowie Geschäftsräume am Vincent Square. Beide Projekte sah man als geeignet an, um das 1904 anstehende 100-jährige Jubiläum des Vereins zu feiern. Doch es gab heftige Diskussionen unter den Mitgliedern, was angesichts der zur Verfügung stehenden Mittel die Priorität haben sollte. Die großzügige Schenkung von Sir Thomas löste beide Probleme auf einen Schlag. Im Mai 1904 war der Umzug von Chiswick nach Wisley vollzogen und im Juli wurde die neue Hauptgeschäftsstelle am Vincent Square von King Edward VII offiziell eröffnet – beides pünktlich zum Centenium.

Während Wisley die Form eines ornamentalen Gartens annahm, vergaß man seine Rolle für Bildung und Wissenschaft nie. Es kam zur Einrichtung eines kleinen Laboratoriums sowie der „School of Horticulture“ (Schule des Gartenbaus), die junge Menschen in die Grundzüge des Gartenbaus einweisen und sie auf einen Werdegang als professionelle Gärtner vorbereiten sollte. Nach dem Umzug nach Wisley nahm die Society die Versuche mit Blumen, Gemüse- und Obstsorten – was seit 1860 ein wichtigen Teil ihrer Arbeit war – wieder auf und weitete die Arbeit aus. Die Versuche „verkörpern das Bemühen der Society, der Öffentlichkeit die besten Pflanzenarten zur Kultivierung“ als wesentliches Gartenelement zu zeigen. Diese Kombination aus Lernen und Vergnügen ist das Wesen von Wisley.

Gartenbesucher kommen vom Parkplatz auf das Gelände und passieren vorher den Shop und das Pflanzencenter. Das Laboratorium, das sich von Norden nach Süden am östlichen Ende des Gartens erstreckt, bildet das Hauptgebäude von Wisley. Es wurde von den Architekten Pine-Coffin, Imrie und Angell aus London im „Surrey Vernacular Stil“ entworfen und von 1914-1916 gebaut, um einen Hörsaal für die „School of Horticulture“ (Schule des Gartenbaus) unterzubringen, die 1907 gegründet wurde. Heute beherbergt es die Verwaltung und die wissenschaftlichen Institute der „Royal Horticultural Society“ in Wisley.


Die Gärten bestehen aus einer Zusammenstellung verschiedener Bereiche, die so angelegt sind, dass sie das Gelände und die Bodenverhältnisse gut nutzen. Sie sind durch eine Reihe von Wegen miteinander verbunden. Vom Haupteingang werden die Besucher nach Norden entlang des Laboratoriums zu einem formalen Ost-West Kanal geleitet, der von Geoffrey Jellicoe und Lanning Roper 1970 konzipiert wurde und im Bereich der ehemaligen Gewächshäuser liegt. Rasenflächen und breite Wege flankieren den Kanal, dessen westliches Ende von einer offenen Loggia überbaut wird. Nördlich des Kanals, liegen eine Cafeteria und ein Restaurant mit Außengastronomie. Weiter im Norden befindet sich das Pinetum, eine Sammlung von Koniferen, mit der 1909 begonnen wurde und etwas weiter liegt „Howard’s Field“, wo man die nationale Sammlung der Heidepflanzen findet. Südlich des Pinetums liegt „Seven Acres“ mit Teichen, die von wasserliebenden Baum- und Staudenpflanzungen umgeben sind.

Weiter im Süden befindet sich Wilsons originaler “Wild Garden”, der heute – nach dem Verlust vieler alter Baumbestände in den Stürmen von 1987 und 1990 – sehr verändert ist. Entlang des „Wild Garden“ verläuft eine von Wilson geschaffene Achse mit Teichen, die mit niedrig wachsenden Wasserpflanzen und Etagenprimeln eingefasst ist. Auf der ansteigende Fläche südlich der Teiche liegt der Steingarten. Er ist aus Sussex Sandstein gebaut, von Edward White entworfen und wurde 1912 von den Herren Pulham eingerichtet. Dieser Bereich ist mit Zwergkoniferen, Alpenblumen und Blumenzwiebeln bepflanzt und stellt einen sehr beliebten Teil des Gartens dar. Südlich des Steingartens auf dem „Weather Hill“ steht der Bowes Lyon Memorial Pavillon, ein einfacher Teakbaldachin aus miteinander verbundenen oktagonalen Dächern, die auf schlanken Pfosten ruhen. Der Pavillon wurde 1964 in Erinnerung an Sir David Bowes Lyon, der von 1953 bis 1961 Präsident der RHS war, fertiggestellt.

Vom Pavillon aus fallen die Rasenflächen sanft nach Osten ab. Sie sind mit Rosen, Eichenholzpfosten und Seilen eingefasst und führen zu einem Bereich, in dem neuen Rosensorten vorgestellt werden sowie zu einem ländlichen Garten, der von Penelope Hobhouse entworfen wurde. Südlich von Weather Hill gibt es einen Bereich mit Schaugärten, darunter ein Kräutergarten, ein Sinnesgarten und ein Obstgarten. Südlich der Schaugärten stehen einige Gewächshäuser und ein Orchideenhaus.

Den südlichsten Teil des Gartens bildet das „Portsmouth Field“, das seit den 1950er Jahren ein Pflanzenversuchsgelände beherbergt, das die wichtige experimentelle Arbeit von RHS in Wisley sichert. „Battlestone Hill“ in der Südostecke war von Kiefern bedeckt und mit Rhododendren bewachsen. Der Sturm von 1987 entwurzelte die meisten Kiefern und veränderte den Charakter des Gebietes, das jetzt mit sonnenliebenden Stauden bepflanzt wurde. Eine Skulptur auf der Stirnseite des Hügels bildet den Fokus des „Broad Walk“, der nach Norden den Hang hinunter verläuft und den Besucher zurück zum Eingang leitet.

 

Adresse:  Woking, Surrey GU23 6QB
Tel. 01483 224234
Email: info@rhs.org.uk
Web: https://www.rhs.org.uk/gardens/wisley

 

Eigentümer:
The Royal Horticultural Society

Öffnungszeiten:

Ganzjährig geöffnet, außer Weihnachten

März – Oktober:
Montag – Freitag: 10.00 – 16.30
Samstag und Sonntag: 09.00 – 16.30

An Bank Holidays ab 09.00 geöffnet.

Preise:
Erwachsene: £ 15,40
Kinder (6 – 16 Jahre): £ 7,70
Gruppen ab 10 Erwachsene: £ 11,70

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Zahlreiche Veranstaltungen während des ganzen Jahres. Aktuelle Informationen auf der Website What’s on

Touristische Informationen:

  • Café/Restaurant: ja
  • Shop: ja
  • WC: ja
  • Parken: kostenloser Parkplatz
  • Bänke im Park: vorhanden
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 4 Stunden
  • Behindertengerechter Zugang: ja. Ausgewiesener Rundweg.

Programm für Kinder: Umfangreiche Angebote und Kurse

Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park: Im Besucherzentrum erhältlich