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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Die Gärten von Mapperton House

Die Gärten von Mapperton House gehören zu den romantischsten Gärten der Region. Mapperton war zunächst als formaler Edwardianischer Garten im italienischen Stil angelegt, wobei eine natürliche Note Einzug halten durfte, um die sonst üblichen scharfen Ecken und Kanten zu mildern.

Wie eine märchenhafte Schöpfung entfaltet sich die Anlage das Tal hinab, bis sie mit der hügeligen Landschaft verschmilzt.
Ein Besuch von Mapperton führt durch formale Gärten ganz allmählich weiter in den Wald und die offene Landschaft. Im Gewächshaus wachsen duftende Rosen, Clematis, Weinranken und anderen Kletterpflanzen.

Mapperton House ist eines der ältesten Herrenhäuser in Dorset und wird bereits 1086 im Domesday Book als Residenz von William de Mohun, Sheriff von Somerset, erwähnt. 800 Jahre lang blieb es, über eine weibliche Linie, in derselben Familie.

Das gegenwärtige Haus wurde von Robert Morgan in den 1540er Jahren errichtet und in den 1660er Jahren neu aufgebaut. Ethel Labouchere Mapperton kaufte das Haus 1919 und nach ihrem Tod 1955 wurde es an den Viscount Hinchinbrooke (Victor Montagu) verkauft, der den Besitz 1995 nach seinem Tod seinem Sohn und seiner Schwiegertochter, dem Earl und der Countess of Sandwich, vermachte.

Mappertons romantische Lage und seine Ruhe machen es zu einem der außergewöhnlichsten Gärten in Südwestengland. Um das Haus führt ein kleiner Hofgarten aus dem 17. Jahrhundert zu einem ebenen Croquet-Rasen. In trockenen Sommern zeigen ausgetrocknete Stellen im Rasen die ursprüngliche Lage des formalen Gartens inmitten der Mauern aus grauem Portland-Stein, umgeben von Magnolien, Glyzinien, Kamelien und Rosen.

Am Fuß des Croquet-Rasens führt eine Böschung zu den formalen Gärten hinab in das kleine Tal, das sich dem Haus anschließt. Am höchsten Punkt befindet sich der Fountain Court, ein Garten im italienisch inspirierten Stil, angelegt mit Steinen, Gras, beschnittenen Bäumen und Wasser. Der Bach verbindet die Gärten, die Teiche und das Arboretum miteinander. Von der höchsten Stelle der Anlage aus betrachtet erweckt die Gartenlandschaft den Eindruck eines Flusses, der ins Meer hinaus fließt.

Mrs. Labouchere, eine leidenschaftliche Aquarellmalerin, ersetzte die viktorianischen Gärten in den 1920er Jahren durch den Fountain Court und gab ihm mit eigenen Stilelementen eine persönliche Note. Sie installierte beschnittene Buchsbäume und Eiben, einen achteckigen Teich, Steinbänke und Kübel, zwei Grotten und einen Croquet Pavillon.

Victor Montagu vereinfachte den Garten in einigen Punkten, fügte aber im oberen Teil eine neoklassizistische Orangerie hinzu. Das Gewächshaus ist voller Rosen, Clematis, Weinranken und anderen Kletterpflanzen, die sich bis zur Decke erstrecken. Montagu wollte zudem den Garten öffnen und somit die grandiose Aussicht ermöglichen, die sich von seiner Orangerie heute noch bietet.

Die gegenwärtigen Besitzer entschieden, dass man die herausragendsten Merkmale dieses luxuriösen Gartens betonen sollte und zugleich der formalen Stein- und Rasenstruktur eine auflockernde, blütenreiche Flora entgegensetzen sollte. Entsprechend sind die Beete mit Lavandula „Twickle“ (Englischer Lavendel) sowie Malus x robusta (Zierapfel) und die Springbrunnen mit Bergenien, Paeonia delavayi (Gelbe Pfingstrose), Hydrangea aspera (Villosa-Gruppe) und Acanthus mosslis (Weicher Akanthus) bepflanzt. Im Stil von Lutyens sprießen Gänseblümchen zwischen den Treppenstufen und im Steinpflaster und tragen so dazu bei, dass zwischen geschnittenen Sträuchern und steinernen Figuren von Reihern ein entspanntes, offenes Ambiente ensteht.

Geschwungene Wege führen weiter das kleine Tal hinunter zu den Fischteichen aus dem 17. Jahrhundert, in denen heute Wasserlilien gedeihen. An einem klaren Tag reflektiert das dunkle, stille Wasser das oberhalb liegende Teichhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Victor Montagu restaurierte die Teiche und fügte dem unteren eine Eibenreihe hinzu. Er stellte Colonel Vernon Daniell ein, um östlich davon einen Staudengarten anzulegen, der heute seinen Namen trägt. Hier wachsen eleagnus (Ölweide), euonymus (Spindelstrauch), prunus (Kirsche) und berberis (Berberitze). Ein Pfad an der Ostseite der Gärten verläuft entlang eines kleinen runden Teichs mit Bank und kunstvoller Fontäne. Hier war ein Lieblingsplatz von Mrs. Labouchere, wenn sie die hügelige Landschaft der Umgebung malen wollte.

Im „Wild Garden“ findet das Wasser aus den Teichen seinen Weg hinunter durch ein Arboretum, das den vielseitigen gärtnerischen Geschmack Victor Montagus zeigt. An den gewundenen Wegen können Besucher Wiesen mit Magnolien finden, Schneeball und Hartriegel darunter Cornus nuttali (Nuttalls Blüten-Hartriegel), Cornus kousa (Japanischer Hartriegel) und Cornus contraversa „Variegate“ (Pagodenhartriegel). Er setzte vielerlei Baumarten ein, darunter Lirodendron tulipifera (Tulpenbaum), Davidia involucrata (Taschentuchbaum), Metasequoia glytostroboides (Urwelt-Mammutbaum) und Paulownia fargesii (Paulownie). Mit diesem Teil der Anlage realisierte Montagu seine Vision, den Garten mit der umgebenden Landschaft zu verschmelzen. Der Garten bildet den Übergang vom formalen, gestalteten Garten zum „natürlichen“ Bild einer sorgfältig gepflegten Landschaft.

Auf verschiedenen Wegen können die Besucher kilometerweit durch das schöne ländliche Dorset wandern. Einige Wege führen zu Aussichtspunkten mit Blick auf den Ärmelkanal.

 

Adresse:
Mapperton Gardens
Beaminster
Dorset, GB
DT8 3NR
Tel.: 0044- (0)1308 862645
Email: office@mapperton.com
Website: www.mapperton.com

Eigentümer: privat

Öffnungszeiten:

Garten: 1. März – 31. Oktober: 11:00 – 17:00, täglich außer Samstag

Preise:

Haus & Garten:  £12; Kinder unter 16: frei

Garten: £9; Kinder unter 16: frei

Kulturprogramm:
Aktuelle Informationen zum Kulturprogramm finden Sie auf der Website: www.mapperton.com

Touristische Informationen:

  • Shop: Ein kleiner Shop bietet lokale Produkte, Pflanzen und Postkarten an.
  • Café / Restaurant: Sawmill Café
  • WC: Toiletten am Sawmill Café
  • Parken: Kostenfreier Parkplatz
  • Bänke im Park: Schattige Sitzbänke, oft mit Aussicht.
  • Barrierefreier Zugang: Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehbehinderungen wird geraten, den Garteneingang zu umgehen und die asphaltierte/geschotterte Strecke entlang der roten Mauer zur Pergola zu nehmen. Der Zugang zur Pergola ist barrierefrei und bietet Ausblicke auf den „Fountain Court“ und über den Teichgarten, „Daniel’s Garden“ und das Tal. Die übrigen Wege durch den Garten führen hangauf- und -abwärts und haben oft steile, schmale Stufen.