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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Die Gärten von Tatton Park

Tatton Park ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Cheshires. Zwar befindet sich das Anwesen im Eigentum des National Trust, doch wird das wunderschöne Herrenhaus mit seinen Gärten vom Cheshire County Council unterhalten. Die herrliche Anlage kann bis zum Domesday Book 1066 zurückdatiert werden. Allerdings entstanden die eindrucksvollen Gärten erst nachdem das Haus 1807 fertiggestellt worden war.

Die Familie Egerton bewohnte das Herrenhaus über viele Generationen und beeinflusste den Stil der Gartenanlagen maßgeblich, was eine eklektische Vielfalt der Gärten zur Folge hatte. Die „African Hut“ (Afrikanische Hütte) mag im ländlichen Cheshire ein bisschen deplatziert wirken, doch für Maurice Egerton, der sie im 20. Jahrhundert errichten ließ, war sie eine Erinnerung an sein Anwesen in Kenia. Der italienische Garten – ein streng formal gestalteter Garten – steht in deutlichem Gegensatz zum pittoresken „Japanese Garden“, der sich sehr viel rauer gibt. Inspiriert durch die Anglo-Japanische Ausstellung 1910 ist dieser atemberaubende Garten zu allen Jahreszeiten ein wahres Juwel der Anlage.

Jenseits der Gärten liegen 400 Hektar Parkgelände mit Seen und einem Rot- und Damwildgehege. Viele landschaftlich reizvolle Wege laden zum Spaziergang über das Anwesen ein.

Die Gärten von Tatton Park gehören zu den schönsten in England. Sie vereinen verschiedenste Stilrichtungen der Gartenkunst, die sich im Laufe der Zeit, seit der Park 1715 erstmals angelegt wurde, entwickelt haben.

Das Herrenhaus, das die Gärten und das weiter entfernt liegende Parkgelände überblickt, wurde für William Egerton auf der Grundlage eines Entwurfs von Samuel Wyatt aus dem Jahr 1791 errichtet.


Die Familie Egerton, die in diesem eindrucksvollen Herrenhaus lebte, wollte ihre Gärten so gestalten, das jeder neue Gartentrend und Stil in der Gartenkunst seinen Platz im Garten hatte. Sobald also ein neuer Gartenstil in Mode kam, wurde er als Garten in den weitläufigen Park integriert. Das heutige Ergebnis ist ein Park, der mit seiner Vielfalt an Stilrichtungen nahezu unvergleichlich ist.

Die ersten formalen Gartenbereiche beinhalteten einen ummauerten Garten, gefolgt von einem Buchenlabyrinth, das 1795 angelegt wurde. „Charlotte’s Garden“, ist nach Lady Charlotte Egerton, der Ehefrau von William Egerton, benannt und für sie angelegt. Der Architekt des Herrenhauses legte diesen Bereich im „gardenesquen“ Stil an.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt ein Wintergarten, der ebenfalls von Wyatt entworfen wurde. Nach seiner Restaurierung wurde das Gebäude 1994 für Baustil und Gestaltung mit dem „Europa Nostra“-Preis ausgezeichnet. Joseph Paxton, vormals leitender Gärtner in Chatsworth und vor allem durch den Londoner Crystal Palace (1847) bekannt, entwarf und entwickelte in den 1850er Jahren ein palastartiges Farngewächshaus.

Der Italienische Garten, der später in den 1880er Jahren angelegt wurde, ist einer der am meisten fotografierten Bereiche von Tatton. Er entstand in einer Zeit, als italienisierte Gärten im 19. Jahrhundert eine Wiederbelebung erfuhren und zeigt viele typische Elemente dieses Stils wie Terrassen, Kieswege und Beetstrukturen, die in Muster und breite Einfassungen eingebunden sind. Der Gartenbereich liegt unterhalb der Rasenterrasse auf der Südseite des Herrenhauses, von wo aus der Besucher das komplexe Muster der Hecken und die lebendigen Strukturen der saisonalen Beetpflanzen am besten betrachten kann.

In Tatton gibt es auch kleinräumigere Gärten, die ebenfalls eindrucksvoll sind. Hierzu zählt der Rosengarten, der 1913 für Lady Anna Egerton angelegt wurde oder die „African Hut“ (Afrikanische Hütte), errichtet von Maurice Egerton, dem letzten Privatbesitzer von Tatton. Sie sollte Egerton an sein Anwesen in Kenia erinnern, das er während des Zweiten Weltkriegs nicht besuchen konnte.

Der Japanische Garten ist Tattons bekanntester Gartenraum. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert von Fachleuten geschaffen, die man eigens aus Japan geholt hatte. Inspiriert durch die Japanausstellung (1910) wurde der Garten zwischen 1910 und 1913 angelegt.

2001 wurde der japanische Garten im Rahmen eines großangelegten Projektes restauriert. Das Projekt wurde wiederum mit der Unterstützung japanischer Fachleute durchgeführt und schloss die Restaurierung von Gartenarchitekturen aus der Edwardianischen Zeit ein, darunter die Restaurierung des reetgedeckten Teehauses und des Shinto Tempels. Der Garten ist mit Arten wie Ahorn, Azaleen, Japanischen Kirschbäumen und Farnen üppig im japanischen Stil bepflanzt.

Der ummauerte Gemüsegarten an der Westseite des Herrenhauses ist in den letzten Jahren ebenfalls wiederhergestellt worden und gibt Besuchern einen Einblick in die Zeit, als Anwesen wie Tatton sich mit Früchten, Gemüse und Schnittblumen selbst versorgen konnten. Viele alte Sorten werden heute hier wieder kultiviert. Zukünftig sollen die Restaurierungsarbeiten auf die Weingärten, die Feigenhäuser und das Orchideenhaus ausgedehnt werden.

Jedes Jahr im Juli findet auf dem Gelände die RHS (Royal Horticultural Society) Flower Show statt, die landesweit eine der größten Veranstaltungen dieser Art darstellt.

 

 

Adresse: Tatton Park, Knutsford, Cheshire, WA16 6QN

Telefon: 01625 534400
Email: tatton@cheshireeast.gov.uk
Web: www.tattonpark.org.uk


Eigentümer / Management:
Tatton Park ist im Besitz des National Trust und wird vom Cheshire East Council verwaltet, finanziert und unterhalten.

Öffnungszeiten:
Tatton Park (Haus, Park und Garten) ist ganzjährig geöffnet.
Hochsaison (etwa Ende März bis Ende Oktober) 10:00 – 18:00 (Garten), 10:00 – 19:00 (Park)
Über alle anderen Öffnungszeiten informiert die Website 

Preise:
Für das Befahren des Geländes und das Parken werden £ 6.00 erhoben.
Der Eintritt in den Garten (sowie für jede weitere Attraktion) kostet für Erwachsene jeweils £ 6.00, Kinder jeweils £ 4.00 (4-15 J.), Familien £ 16.00.
Der Eintritt in alle Attraktionen (Haus, Garten, Farm, Tudor Hall) ist für £ 11.00 bzw. £ 5.50 und £ 27.50 erhältlich.
Mitglieder der RHS und des National Trust haben freien Eintritt in den Garten.

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Sehr vielfältiges Jahresprogramm, zahlreiche thematische Führungen. Details siehe Website

Touristische Informationen:

  • Restaurant/Cafe: Ja
  • Shop: Ja, zusätzlich Verkauf von Pflanzen und von eigenen bzw. lokalen Lebensmitteln
  • WC: Ja
  • Parken: £ 5.00 pro Fahrzeug (siehe oben)
  • Bänke im Park: Ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 2 – 4 Stunden
  • Programm für Kinder: Zahlreiche Angebote für Kinder, insbesondere auch in der Farm. Details auf der Website verfügbar.
  • Geländeplan und zusätzliche Informationen: Im Eintrittspreis enthalten bzw. im Shop verfügbar.

Barrierefreier Zugang: Garten, Park, Farm, Restaurant und Shop barrierefrei. Zugang zum Haus über Rampe möglich. Selbstfahrer verfügbar für Garten und Farm, begrenzte Zahl von Rollstühlen verfügbar. Information in Braille verfügbar.