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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Die Garten Tulln

Europas erste ökologische Gartenschau

Behutsam in den Tullner Auwald eingebettet liegt DIE GARTEN TULLN – Die Gartenerlebniswelt in Niederösterreich. DIE GARTEN TULLN hat sich seit ihrem Bestehen zu einem europaweiten Vorzeigeprojekt entwickelt. Seit dem Jahr 2008 ist sie eines der größten Ausflugsziele in Niederösterreich. Die ökologische Pflege der Anlage ist beispielgebend für viele andere, ähnliche Gartenschauen im In- und Ausland. Am gesamten Areal halten sich die Gärtnerinnen und Gärtner streng an die von der Landesaktion „Natur im Garten“ vorgegebenen Kriterien: Verzicht auf Pestizide, Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Verzicht auf Torf.

Leuchtende Farben und traumhafte Gärten erwarten die Besucher der Gartenerlebniswelt DIE GARTEN TULLN. Im Frühling erwachen die über 60 Schau- und Mustergärten mit über 100.000 gelben Narzissen in einer eindrucksvollen Blütenpracht. Im Sommer duften die Rosen und der Sommerflieder zieht Schmetterlinge an. Herbstzeit ist Erntezeit und im Gigantengarten kann man die Riesenkürbisse bewundern. Ein weiteres Highlight ist der 30 Meter hohe Baumwipfelweg.

Die Garten Tulln ist eine Landesgartenschau des Bundeslandes Niederösterreich in Tulln an der Donau, die anschließend dauerhaft weitergeführt wird. Die Niederösterreichische Landesgartenschau bezeichnet sich selbst als „erste ökologische und dauerhafte Landesgartenschau in Europa“.

Nach einer Bauzeit von zwei Jahren öffnete „Die Garten Tulln“ im April 2008 erstmals ihre Tore für Besucher. Die Gartenschau wurde von Beginn an nach denselben ökologischen Kriterien konzipiert, die schon für die Landesaktion „Natur im Garten“, die die niederösterreichische Landesregierung für die privaten Gartenbesitzer bereits 1999 ins Leben rief, entwickelt wurde.

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Das Gelände liegt westlich der Stadt zwischen dem Tullner Messegelände und der Rosenbrücke über die Donau. Die Landesgartenschau gliedert sich in zwei Bereiche, wovon der kleinere Teil mit einer Größe von 7 ha Schau- und Mustergärten zum Anfassen und Nachmachen zeigt, während der größere, 45 ha große Teil aus frei zugänglichem Auwald besteht, der durch Pflanzung verschiedener Bäume und Sträucher renaturiert wurde. Über 500.000 Pflanzen wurden in den Schau- und Mustergärten angepflanzt.

Die bunte Vielfalt der Schaugärten ist eingebettet in ein strukturreiches Gesamtkonzept. Ökologische Strukturen bringen auch Elemente wie Wiesen, Feucht- und Trockenbiotope, blühende Stauden und regionale Wildgehölze als Lebensraum und Nahrung für heimische Tiere. Neben verschiedenem Mulcharten finden sich duftende Kräuterbeete sowie Obst- und Beerensträucher zum Naschen als weitere Elemente des Naturgartens.

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Der renaturierte Auwald, der zum Flanieren und Boot fahren einlädt, besteht hauptsächlich aus Eschen, Pappeln, einigen Ulmen, Holunder, sowie Hartriegel. Durch das Einbringen von standorttypischem Saatgut entlang der Wasserwege und durch die Pflanzung von über 2500 heimischen Bäumen und Sträuchern wurde ein neuer Artenreichtum geschaffen. Mit der Auspflanzung verschiedener Wildrosenarten und Beeren tragender Gehölze – wie Schneeball und Dirndl – wurde das Futterangebot für die heimische Tierwelt verbessert.

Die vielfältigen Schau- und Mustergärten laden zum Anfassen und Nachmachen ein:

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Im Heckengarten kontrastiert das helle Laub der Hainbuchen mit den dunklen Blättern des Ligusters. Sanft und leicht bewegen sich Ziergräser im Wind als elegante Begleiter.

Der Nebelwald verzaubert und entführt in eine mystische Welt. Nebeldunst wie von Geisterhand breitet sich aus. Skurril geformte Rotbuchen akzentuieren den ungewöhnlichen Charakter dieses abstrakten Waldgartens.

Im Wachau-Garten wird die einzigartige Kulturlandschaft dieser Region gezeigt. Steinmauern bilden terrassenförmige Weingärten und Mandeln, Marillen, Weingartenpfirsiche, Quitten, Gelber Spilling und Edelkastanie prägen das Landschaftsbild der Wachau.

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Der portugiesische Garten schafft eine gartenkulturelle Verbindung aus den Elementen Wasser und Wein, Blumen und Kunst. Von den maurischen Bewässerungskanälen inspirierte Wasserbänder durchziehen den Garten. Der hohe Laubengang wird von Weinreben umrankt.

Der Garten Egon Schiele übersetzt das expressionistische Werk des Tullner Künstlers Egon Schiele in die Sprache der Gartenkunst. Zitate aus Bildern wie Wäscheleine, Akt, Spiegel und Sonnenblumen, die durch ein Fenster zu sehen sind, bewirken eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Schieles.

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Im Garten für die Wand wurzeln die Pflanzen vertikal in verschiedenen Materialien, deren Eignung für die fassadengebundene Vertikalbegrünung getestet wird.

Im Weidendickicht bilden bis zu 5 Meter lange Weidenhölzer mit ihrem Austrieb ein dichtes Blätterdach. Der schmale Trampelpfad ist mit leuchtend grünem Holzhäcksel bedeckt. Er lädt zum spielerischen Erforschen des dschungelartigen Auwäldchens ein.

Im Hortensiengarten zaubert eine üppige Hortensienpflanzung mit Funkien, Wiesenraute und Tränendes Herz romantische Gartenbilder.

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Im englischen Garten – dem „weißen Garten“ in Sissinghurst Garden nachempfunden – schimmern Blüten in allen Weißtönen. Silberfarbenes Laub unterstreicht den unaufdringlichen Charme der Blumen. Steine in milden Grautönen fügen die Komposition in einen ganzjährig attraktiven Rahmen.

Einen weiteren Höhepunkt der Landesgartenschau stellt der Baumgipfelweg mit seinen Aussichtplattformen dar, der sich bei 700 Meter Länge auf eine Höhe von 30 Metern schraubt. Als Aussichtturm konzipiert, genießt der Besucher von hier aus das Panorama über die Baumwipfel der Donauauen und über die Stadt Tulln sowie über die Schau- und Themengärten.

International hat sich die Garten Tulln bereits als Vorzeigeprojekt etabliert. Renommierte Schauanlagen aus ganz Europa wenden sich an die Experten der Tullner Gartenschau, um ökologische Ideen zu übernehmen.

Die Garten Tulln ist zusätzlich noch Forschungsstätte, die mit dem Campus Tulln und mit der IMC Fachhochschule Krems zusammenarbeitet. Geplant sind auch Kooperationen mit der Universität für Bodenkultur in Wien.

Quellen:
www.diegartentulln.at
Wikipedia

BesucherinfoAdresse:
Die Garten Tulln
Am Wasserpark 1
A-3430 Tulln
Österreich
office@diegartentulln.at
www.diegartentulln.at

Eigentümer: Die Garten Tulln GmbH

Öffnungszeiten:
Vom 8. April bis 15. Oktober täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 12,50 Euro
Senioren 11,50 Euro
Kinder bis 6 Jahren frei / bis 17 Jahren 6,50 Euro
Familien 28 Euro
Saisonkarten von 42 bis 69 Euro

Führungen:
Täglich kostenlose Führungen und Beratung mit den Gartenexperten.

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie unter: www.diegartentulln.at

Touristische Informationen:
Shop: Ja, mit Pflanzenverkauf
Restaurant/Café: „Die Gärtnerei“ mit Seerosenterrasse, barrierefrei
WC: Ja. Rollstuhl-WC im Eingangsbereich und in den Außenanlagen
Parken: Kostenfreies Parken in der Nähe des Eingangs. Behindertenparkplätze vor dem Eingangsbereich.

Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park: Ja
Beschilderung an den Pflanzen: nein
Bänke im Park: ja
Angebote für Kinder: Buchbare Programme für Kindergärten und Schulklassen, Kindergeburtstage, Abenteuer- und Naturspielplatz
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 3-5 Stunden
Barrierefreier Zugang: Die Hauptwege und der Zugang zum Aussichtsturm (Aufzug) sind für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen zugänglich. Rollstühle können ausgeliehen werden.
Hunde: Nur Blinden- und Signalhunde sind erlaubt.
Fahrradfahren: Das Radfahren ist nur im eintrittsfreien Bereich erlaubt.