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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Garten der Abtei Daoulas

Tief in der Bucht von Brest gelegen zeichnet sich der Park der Abtei von Daoulas durch ein mildes Klima aus, das das Wachstum von Pflanzen aus fünf Kontinenten ermöglicht. Ein außergewöhnlicher Heilkräutergarten, der von den Klostergärten des 14. Jahrhunderts inspiriert ist, beherbergt mehr als 350 Pflanzenarten: Gewürz- und Heilkräuter, exotische Pflanzen und solche, denen magische Kräfte zugeschrieben werden. Setzt man den Besuch fort, kann man einen weiträumig im romantisierenden Stil angelegten Park mit Feuchtgebieten und Weihern sowie mit sehenswerten Bäumen entdecken. Schritt für Schritt lässt der Weg den Reichtum des architektonischen Erbes erkennen, der von der Pracht des ehemaligen, im 12. Jahrhundert errichteten Klosters zeugt.
Der Park der Abtei von Daoulas hat sich im Laufe der Zeit entwickelt und zeigt zwei markante Bereiche.

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Der Heilkräutergarten erstreckt sich über zwei Terrassen, die zwischen 1994 und 1997 auf dem Standort eines alten Obst- und Gemüsegartens angelegt wurden, und liegt oberhalb der Abteikirche und dem Klostergarten. Myrtenheide, Aloe, Teepflanze und Neuseeländischer Flachs sind hier vertreten. Nicht weniger als 300 Arten aus fünf Kontinenten sind auf dem 3000 m² großen Gelände präsent. Sie laden zu einer Entdeckungsreise ein und offenbaren ihre vielfältigen und oft verkannten Verwendungen als Heil- und Gewürzkräuter. Die untere Terrasse umfasst die Pflanzen der traditionellen Amtlichen Arzneibücher (Pharmakopöen) Westeuropas, während die obere Terrasse Pflanzen aus den fünf Kontinenten, die sich an das bretonische Klima gewöhnen konnten, beherbergt. In diesem Garten kommen die Vorstellungen der Klostergärten, der mittelalterlichen Gärten und der Pfarrgärten zu tragen. Die Begegnung der Kulturen dient dem Garten als Inspiration und ist gleichzeitig ein Schwerpunkt des Kulturprogramms „Chemins du Patrimoine en Finistère“ (Wege des Kulturerbes in Finistère). Vor circa 20 Jahren geplant und angelegt ist der Garten nun zu seiner vollen Blüte gelangt.

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Der angrenzende Park hat ein völlig anderes Gesicht: Er bietet weite Räume, auf einem Hügel angelegt, die von der Präsenz des Wassers in Form von Weihern, Bächen und Feuchtgebieten geprägt sind. Diese verschiedenen Milieus erlauben mit ihrer differenzierten Bewirtschaftung die Entwicklung eines abwechslungsreichen Ambientes und einer floralen Vielfalt, die sich im Laufe der Jahreszeiten verändert. Dieser Park ist das Ergebnis der im 19. Jahrhunderts erfolgten Neugestaltung im Sinne eines Landschaftsgartens als man den Restbestand der Klostergebäude in einen bürgerlichen Wohnsitz umwandelte. Diese Periode ist insbesondere durch die Bepflanzung mit großen Nadelbäumen und Palmen bestimmt. Die sehenswerten majestätischen Bäume des Parks (Atlas-Zedern, Lambert-Zypressen und Monterey-Pinien) kamen vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts hinzu. Ein um 1960 gepflanzter Pappelbestand sollte den Park lange Zeit prägen: 2012 wurden die Bäume jedoch aus Sicherheitsgründen gefällt. Diese große Veränderung des Parkbilds war Anlass, die Neugestaltung noch einmal zu überdenken. Das sich anschließende Projekt setzt die Anlage von Heilkräutergärten fort und wird Bäume und Sträucher aus der ganzen Welt mit heilkräftigen Wirkungen umfassen. Auf diese Weise erhalten der oberer und der unterer Parkbereich eine erneute Verbindung.

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Seit 2006 verwaltet die öffentliche Kooperationsgemeinschaft „Chemins du Patrimoine en Finistère“ den Park der Abtei von Daoulas, finanziert durch den „Conseil général du Finistère“. 2012 verlieh der französische Kulturminister dem Garten die Auszeichnung „Jardin remarquable“ (bemerkenswerter Garten).

Die Anlage zählt zu den sehenswerten Beispielen des architektonischen Kulturerbes. Ein Teil von ihr ist als „Monument historique“ (als zu schützendes Denkmal) klassifiziert.

Adresse:
L´Abbaye de Daoulas
29460 Daoulas

Lat 48.361872 – Lon -4.265050

abbaye.daoulas@cdp29.fr
www.cdp29.fr

Eigentümer: Region

Eintrittspreis: Erwachsene 7 Euro

Öffnungszeiten:
28. März bis 4. Juli täglich von 13.30 bis 18.30 Uhr
5. Juli bis 2 November täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr
3. November bis 4. Januar täglich von 13.30 bis 18.30 Uhr

Touristische Informationen:
Shop: Ja
Restaurant/Café: Ja
WC: Ja