X

EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Garten des Nationalen Polnischen Radio Symphonyorchesters (NOSPR)

In den vergangenen 20 Jahren war Kattowitz einem erneuten Transformationsprozess unterzogen. Nach dem Rückgang der Schwerindustrie und des Bergbaus, sucht die Stadt intensiv nach neuen Mitteln und Wegen, um ihr Potenzial zu stärken. Kultur ist ein Schwerpunkt im Transformationsprozess.

1999 wurde in Kattowitz die letzte Zeche geschlossen. Mitten im Herzen der Stadt gab es damit einen große Brachfläche, die einer neuen Nutzung und Wiederbelebung verlangte. Einer der zentralen Orte sollte zum Sitz für das Polnische National Radio Symphony Orchestra (NOSPR) entwickelt werden. Das zweite Hauptelement ist das neue Historische Museum. Im Jahr 2008 wurde der Entwurf von Konior Studio für das neue Konzerthaus in einem internationalen Wettbewerb ausgewählt und 6 Jahre später wurde das Gebäude und sein Park für die Öffentlichkeit geöffnet. Von Beginn an war die Gestaltung der Außenanlagen so wichtig wie das Gebäude selbst. Das Ensemble hat in der Musikwelt und unter den Einwohnern der Stadt und der Region schnell einen sehr guten Ruf erlangt.

Auch der Komponist und Grammy-Gewinner Krzysztof Penderecki interessierte sich sehr für das Design. Während seines Besuchs auf der Baustelle teilte er nicht nur seine Meinung auf der Grundlage seiner Erfahrung als Dirigent mit, sondern überzeugte auch mit seiner profunden Kenntnis der Bäume. Als leidenschaftlicher Gartenbesitzer schlug er die Baumarten vor, die im Park wachsen sollten.

Die Gärten fordern dazu auf, das Tempo zu reduzieren. Sie bezaubern mit rund 450 Bäumen, Gerüchen, Springbrunnen, Klängen und dem Amphitheater. Es gibt auch ein geheimnisvolles Labyrinths, in dem die Besucher buchstäblich grüne Wände berühren können, die in die Form des Stadtplans von  Kattowitz aus dem Jahr 1926 getrimmt wurden.

Dank einer Brücke, die den Eingangsplatz überquert, können Fußgänger von der Stadt aus bis zum Park ohne Kontakt mit dem Straßenverkehr laufen. Hier verbindet sich dann das Konzerthaus mit seiner Umgebung und schafft einen mehrschichtigen, sinnlichen Raum, der durch Strukturen, Materialien, Texturen, Licht und Klang geprägt wird.

Die Jury sieht den Garten als wichtiges Element der neuen Identität der Stadt. Konior Studio hat erfolgreich einen neuen Platz geschaffen, an dem die Bewohner in Kontakt mit Geschichte und Zukunft ihre Zeit verbringen können und wo sich das tägliche Leben mit kulturellen Aktivitäten vermischt.

Webseite: Konior Studio

(Text: Christian Grüßen. Foto: Krzysztof Krzeminski)