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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Monserrate

Monserrate gehört zu einer Gruppe historischer Gärten, Königspaläste und Kulturerbestätten, die von Parques de Sintra unterhalten werden. Es liegt etwa vier Kilometer vom historischen Stadtkern Sintras entfernt. In seinem Zentrum steht der Palácio, ein extravaganter viktorianischer Repräsentativbau, der von Sir Francis Cook, Visconde de Monserrate, erbaut wurde. Rund um das Haus liegen ausgedehnte Landschaftsgärten, die, obwohl sie bis ins späte 18. Jahrhundert zurückgehen, ständig weiterentwickelt wurden und gegenwärtig einen Prozess der Restauration und Erneuerung erleben. Die umgebenden Wälder und Berge schaffen eine Kulisse mit herrlichen Ausblicken.

Die Gärten besitzen eine reiche botanische Sammlung mit Pflanzen der subtropischen und gemäßigten Klimate, die aus der ganzen Welt hierher gebracht worden sind. Das Klima von Sintra ist eines der mildesten in Europa, das in Verbindung mit den fruchtbaren Granitböden und den sanften Nieselregen vom Atlantik das Gedeihen von Palmen und riesigen Blütenbäumen erlaubt, die sonst in Europa kaum aufzufinden sind. Die verschiedenartigen Mikroklimate ermöglichen zudem eine enorme Pflanzenvielfalt. Diese Voraussetzungen in Zusammenhang mit einer ereignisreichen und faszinierenden Geschichte haben dazu beigetragen, dass Monserrate seit über zweihundert Jahren zum obligatorischen Besuchsprogramm von Sintra gehört.

Monserrate liegt auf den grünen nordexponierten Hängen der Serra de Sintra. Der Ort ist seit der Maurenzeit bewohnt; die herrliche Lage auf einem Bergrücken, die einen hervorragenden Überblick auf die umgebende Landschaft bietet, bildete den ausschlaggebenden Faktor für die vielen Bewohner, die hier lebten. Der Garten wurde im 18. Jahrhundert als Landschaftspark angelegt. Die damalige Vorliebe für erhabene Landschaftsbilder spiegelt sich im prächtigen Wasserfall und seiner Felslandschaft wider, die aus dieser Zeit erhalten sind. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt ein „follie“ in Form einer Ruine, die heute unter dem Namen „Kapelle“ oder „römischer Bogen“ bekannt ist. Doch das Vermächtnis des „Bilderbuch Monserrate“ ist immer noch die Anlage der Wege und Treppen, die den Besucher durch das Anwesen führen. Eine sorgfältig komponierte Abfolge an Ausblicken bietet Überraschungen an jedem Abzweig.

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In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr der Garten eine Umgestaltung zu einer botanischen Sehenswürdigkeit. Er wurde zum Ausstellungsort seltener exotischer Pflanzen, die aus den neu erforschten Kontinenten Südamerika und Australien nach Europa regelrecht herüberschwappten. Pflanzen aus aller Welt wurden nach Monserrate gebracht und in geografischen Gruppen zusammengestellt. Das romantische, von Sir Francis Cook geschaffene Monserrate, war als großes „Gewächshaus im Freien“ konzipiert. Das Ausmaß der Pflanzensammlungen konnte es ohne Weiteres mit den Palmen, Farnbäumen und Palmfarnen in den Kristallpalästen der botanischen Gärten von London, Frankfurt und Paris aufnehmen. Heute noch begeistert der von 1860 stammende mexikanische Garten und führt die fremdartig schöne Flora der Wüstengebiete Mittelamerikas eindrucksvoll vor Augen. Unter den jüngsten Neuanpflanzungen finden sich Kakteen, Yuccas und Agaven ebenso wie leuchtend bunte Blütenpflanzen mexikanischen Ursprungs. Im Mittelpunkt dieses Gartens in einem geschützten warmen Tal, liegt der tropische Garten mit Palmen, Pandanus (Schraubenpalme), Palmfarnen und einem Teich voller Lotus und Taro (colocasia esculenta).

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Das Tal der Baumfarne ist ein weiteres Vermächtnis von Francis Cook; es befindet sich gegenwärtig im Wiederaufbau. Eine tiefe feuchte Senke durchzogen von einem Wegenetz zwischen steil terrassierten Hängen, die mit hunderten australischer Farnbäume wiederbepflanzt wurde, so dass sie ihrem viktorianischen Vorgänger sicher bald Konkurrenz machen könnte. Blütenpflanzen wie Begonien, Primeln und verschiedene Fuchsienarten, die auch früher in diesem Garten zu finden waren, wurden zusammen mit bodendeckenden Farnen, Clivias und Bromeliengewächsen wieder eingeführt.

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Im März 2011 eröffneten der Prinz von Wales und die Herzogin von Cornwall einen Rosengarten. Dieser Garten befindet sich mit seinen 5.000 Quadratmetern an der Stelle der ursprünglichen Anlage. Hier wachsen viele alte Rosenarten, die sich für milde Klimate besonders eignen: Teerosen, Noisette-Rosen, China-Rosen und Wildrosen. Eine Besonderheit sind die Kreuzungen der ‚Rosa gigantea’, einer Rosenart aus dem Himalaya, die sich 30 Meter hoch in Bäume emporranken kann. Die erste Rose dieser Art, ‚La Belle Portugaise’, wurde 1910 in Lissabon gezüchtet. Wenn die Rosen im April und Mai in voller Blüte stehen, trägt der Seewind ihren Duft durch den ganzen Garten.

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Am Fuß des großen Rasens, der vom Haus hinunterführt, befindet sich im zentralen Blick von den Terrassen eine Reihe kürzlich restaurierter Wasserfälle und dekorativer Seelilienteiche. Im Sommer wird eine Bühne über dem Wasser aufgebaut, und die Parkwiese dient als Picknickareal für Konzerte und andere Veranstaltungen. Um den Rasen herum stehen viele Baumriesen aus der Bepflanzung des 19. Jahrhunderts, davon einige mit Rekordhöhe: Eine Araukarie (Schuppentanne) von annähernd 50 Metern Höhe ist der höchste Baum im Garten, einige Metrosideros-Bäume (Myrtengewächse) sind fast so groß wie das Haus und bieten einen eindrucksvollen Anblick, wenn sie im Juni voller roter Blüten stehen.

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Der maurische Ursprung der Anlage hat nicht nur die Architektur des Hauses inspiriert, sondern auch zu einigen Besonderheiten im Garten geführt; es gibt Springbrunnen mit Azulejo-Ornamenten, bemalte Kacheln, und das ursprüngliche Bewässerungssystem ist mit andalusischen Ziegelsteinen gestaltet. Das Wasser fließt in Kanälen und auf den Mauerkronen durch den Garten. Der bewässerte Rasen, der älteste seiner Art auf der iberischen Halbinsel, wurde aus künstlichen Brunnen gewässert, deren Spuren noch heute zu sehen sind.

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Das Gartenmanagement in Monserrate verfolgt einen integrierten Ansatz, der gartenbauliche Expertise mit Naturschutz kombiniert und auf diese Weise ein wertvolles Habitat für die lokale Flora und Fauna schafft. Die Vogelwelt ist besonders interessant und hat sich positiv entwickelt, seit gebietsfremde Bäume entfernt und offene Räume geschaffen worden sind. So erhalten die exotischen Pflanzensammlungen ein Pendant durch eine steigende Vielfalt lokaler Arten.

Monserrate ist ein Teil der Kulturlandschaft Sintra, die als UNESCO Welterbe (1995) und als portugiesisches Nationaldenkmal (2001) gelistet ist.

Weitere Gärten in der Nähe von Sintra:

Pena Park:

www.parquesdesintra.pt/

Wikipedia

Queluz Garten:

www.parquesdesintra.pt/

Besucherinfo_DSCF4498Adresse:
Parque de Monserrate
Estrada de Monserrate
2710-405 Sintra
Portugal

info@parquesdesintra.pt
 www.parquesdesintra.pt

Eigentümer: Parques de Sintra – Monte da Lua, S.A.

Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet, außer 1. Januar und 25. Dezember.
Nebensaison:
Park 10.00 – 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.00 Uhr
Palace 10.00 – 17.00 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr
Hochsaison:
Park 9.30 – 20.00 Uhr, letzter Einlass 19.00 Uhr
Palace 9.30 – 19.00 Uhr, 18.15 Uhr letzter Einlass

Eintrittspreise:
Nebensaison:
Erwachsene 6 Euro; Kinder 5 Euro; Senioren 5,50 Euro
Hochsaison:
Erwachsene 7,50 Euro; Kinder 6 Euro; Senioren 6,50 Euro
Der Park bietet auch Kombitickets zu reduzierten Preisen an.

Führungen:
Täglich in portugiesischer, englischer oder spanischer Sprache (5.00 Euro Aufpreis; 3,50 Euro für Gruppen von 10 Personen oder mehr)
Vorabbuchung: comercial@parquesdesintra.pt oder (+351 219 237 300)

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Temporäre Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen finden regelmäßig statt. Für weitere Informationen siehe: www.parquesdesintra.pt/.

Touristische Informationen:
Cafe: Ja.
WC: Im Café und in der Nähe der Verwaltungsbüros.
Parken: Parkplätze am Parkeingang
Übersicht und weitere Informationen über den Park: liegen an der Kasse bereit.
Übersichtsplan/Gartenplan: (PdF)
Bänke im Park: Ja. Historische Sitzplätze wurden wiederhergestellt.
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 1-2 Stunden.
Barrierefreier Zugang: Der Park ist für Menschen mit Mobilitätsbehinderung wegen der vielen Treppen und der Hanglage schwer zugänglich.
Veranstaltungen für Kinder: Familienprogramme werden angeboten: www.parquesdesintra.pt
Hunde: Das Mitführen von Hunden ist nicht gestattet, mit Ausnahme von Blindenhunden.