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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Parc Oriental de Maulévrier

Der Park Oriental in Maulevrier ist einer der größten japanischen Gärten Europas. Der Flusslauf und seine verschiedenen Gartenräume – Kranichinsel, Tempel der Khmer, Buddha, Kopf von Naja – symbolisieren das Leben von der Geburt bis zum Tod des Menschen.

300 Pflanzenarten verwandeln den Park zu jeder Jahreszeit zu einem sinnlichen Erlebnis und laden zu Meditationen ein. Im Jahr 2004 wurde der Nachtgarten eröffnet. Er ermöglicht dem Besucher ein außergewöhnliches Flanieren durch Licht und Schatten.

Im Japanischen Park von Maulévrier erlebt der Besucher eine ganz besondere Lebenskunst, die im 19. Jahrhundert von einem Industriellen entwickelt wurde. Die 29 Hektar des Parks, Eigentum des Schlosses Colbert, wurden von M. Bergere aufgekauft. Auf seinen Wunsch hin restaurierte der Architekt Alexandre Marcel den Park und schuf zwischen 1899 und 1913 einen orientalischen Raum nach japanischem Vorbild. Heute ist der Park unabhängig, dennoch weiterhin mit dem Schloss verbunden. Das geschmackvoll renovierte Schloss mit seinen Herren- und Mansardenzimmern sowie einem Restaurant, in dem Feinschmecker eine traditionelle regionale Küche von erstklassiger Qualität zu schätzen wissen, lädt den Besucher zu einem meditativen und poetischen Verweilen ein.

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Der Orientalische Park, 12 km von Cholet entfernt, an der Grenze des Departements Maine-et-Loire, der Deux-Sèvres und der Vendée, 20 km vom Puy du Fou entfernt, ist einer der größten japanischen Gärten Europas. Dieser Garten ermöglicht es immer mehr Menschen, die Gartenkunst des Fernen Ostens zu entdecken.

Der Spazierweg, der dem Flusslauf folgt, wird von zahlreichen Staffagen der japanischen Gartenkunst – Brücken, Khmer-Statuen, Japanlampen und einer Pagode – akzentuiert. Der Verlauf des Flusses von Ost nach West erinnert an den Lauf der Sonne und den Kreislauf des Lebens. Aufgrund des Kreislaufs der Pflanzen und der Inszenierung des Wassers wird der Park auch als “Garten des Wandels” bezeichnen. Vom Fluss aus hat der Besucher einen Ausblick quer über die bewaldeten Hänge. Dichte Reihen von Stämmen und mannshohe entlaubte Stiele machen aus dieser Landschaft eine transparente, gebändigte und durchdringbare Landschaft – die Vegetation ist fließend.

Der Stil des Gartens kommt dem Promenadengarten aus der Zeit des EDO (16. Jahrhundert) gleich. Das Hauptelement ist das Wasser, da es etwa ein Drittel der Fläche in Anspruch nimmt. Die Moine fließt von Ost nach West. Sie symbolisiert den Lauf der Sonne, aber auch das Leben der Menschen von der Geburt bis zum Tode und zwischen diesen beiden Phasen und die zahlreichen Wandlungen und Entwicklungen, die alle Elemente und alle Lebewesen – Wasser, Erde, Pflanzen, Menschen – durchlaufen können. Im Verlauf der Strecke verändert sich das Wasser – ruhiges Wasser, bewegtes Wasser, Wasserfälle – daher der Name “Garten des Wandels”. Der Besucher findet eine Kranich- und eine Schildkröteninsel, die in einem ca. zwei Hektar großen künstlich angelegten Wasserbecken liegen und das Paradies symbolisieren.

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Die rote Farbe der Brücke und des Torii – ein Torbogen, der den Eingang ins Paradies symbolisiert -auf der Kranichinsel weist auf die Bedeutung und das heilige Charakteristikum dieses Ortes hin. Die Schranke aus Bambusrohr, die den Zutritt zum “Paradies” verwehrt, erinnert daran, dass dieser Bereich ein geschützter, heiliger und spiritueller Ort ist. Nur Kaiser, Priester und Gärtner durften im 16. Jahrhundert diese Bereiche der Gärten betreten.

Die (Tier)Namen, die diesen Inseln gegeben wurden, greifen ein bekanntes Prinzip aus dem Taoismus auf: das Ying und das Yang. Diese Tiere unterscheiden sich: Der Kranich ist in luftiger Höhe zu Hause, die Meeresschildkröte lebt auf dem Erdboden und im Wasser. Jedes dieser Tiere ist zudem ein Symbol: Der Kranich steht für Treue, die Schildkröte für Langlebigkeit.

Die Vegetation ist mit ca. 300 Arten sehr üppig. Sie besteht aus immergrünen Pflanzen und aus Pflanzen, die im Frühjahr und im Sommer blühen bzw. die sich im Herbst auf interessante Weise farblich verändern. So sind alle Jahreszeiten markant, und der Besucher nimmt im Laufe des Jahres eine Wandlung des Gartens wahr.

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Frühling. In dieser Jahreszeit beginnt das Wachstum, Knospen brechen auf und alles wächst und gedeiht. Das Symbol für Kindheit und Jugend.

Sommer. Dies ist die Jahreszeit, in der die Bäume und Sträucher am dichtesten belaubt sind. Es ist auch die Jahreszeit, in der sich die Früchte bilden. Dieser Zeitraum erinnert an das Erwachsenenleben, das aktive Leben, an Reife und die Rolle der Eltern.

Herbst. Dies ist die Jahreszeit, in der sich die sommergrünen Laubbäume, bevor sie ihr Laub abwerfen, noch einmal kräftig färben. Diese Jahreszeit verkörpert das Alter. Die Palette an herbstlichen Farbtönen erinnert an die vielen Kenntnisse und Erfahrungen, die wir den nachfolgenden Generationen „zeigen”, die wir an sie weitergeben müssen.

Winter. In dieser Jahreszeit symbolisieren die immergrünen Bäume die Unsterblichkeit, ewiges Leben, das Paradies und das Nirwana

Im Jahre 2004 wurde der Nachtgarten eröffnet. Den Besucher erwartet ein außergewöhnliches Flanieren durch Licht und Schatten – ein poetischer, zauberhafter, ja sogar philosophischer Spaziergang – untermalt durch Klanginstallationen.

„Eine Zeit, die du, Flanierender am Abend, dank den Eindrücken der Nacht spektakulären Lichtern widmen kannst, wobei du eine etwas längere Strecke läufst als du normalerweise zurücklegst”.

Der Park hat in den letzten Jahren für seine Arbeit mehrere Auszeichnungen und Preise bekommen.

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Parc Oriental de Maulévrier
49360Maulévrier
tel: (33) 02 41 55 50 14
E-Mail: contact@parc-oriental.com
http://www.parc-oriental.com

Eigentümer:
Gemeinde Maulévrier

Verantwortlicher:
Jean-Pierre Chavassieux

Öffnungszeiten:
Vom 1.März bis 15. November:
Dienstag bis Samstag: 14.00 -18.00 Uhr
Sonn- und Feiertags: 14.00 – 19.00 Uhr
Montags geschlossen, außer an Feiertagen
Im Juli und August:
Alle Tage geöffnet von 10.30 – 19.30 Uhr

Preise:
Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahre) 5.50€, Gruppen (ab 15 Personen) 4.50€ p.P.

Touristische Informationen:

  • Cafe/Restaurant: ja
  • Pflanzenverkauf: ja, insbesondere Bonsai
  • Shop: Bücherverkauf, Töpferwerkstatt
  • Toiletten: ja, behindertengerecht
  • Bänke: vorhanden
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 90 Minuten
  • Barrierefreier Zugang: Ja (Steigungen und Rampen), Rollstuhl kann am Eingang ausgeliehen werden

Programm für Kinder:

  • Ein- und mehrtägige Angebote für Schulklassen zu den Themen Gärten, Pflanzen, Kultur, kulturelles Erbe
  • Partner im Projekt « Sur la piste de l’Enfant Roy », einem Entdeckungsspiel für die ganze Familie

Informationstafeln und Übersichtspläne im Gelände

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Zahlreiche Veranstaltungen, insbesondere zu Bonsai, Ikebana, Malerei, Töpfern. Aktuelle Informationen auf der Website