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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Schlosspark Dyck

Das Wasserschloss Dyck liegt inmitten eines malerischen englischen Landschaftsgartens. Auf vier Inseln verteilt, erhielten Schloss und Vorhöfe ihr barockes Antlitz im 17. Jahrhundert. Seit über 900 Jahren im Besitz der Fürsten und Altgrafen zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, ist Schloss Dyck seit Gründung der Stiftung Schloss Dyck im Jahr 1999 Dank Unterstützung der Öffentlichen Hand nun Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur mit internationaler Ausrichtung.

Nach einer behutsamen Restaurierung in jüngster Zeit präsentiert sich der Schlosspark heute wieder so, wie er im frühen 19. Jahrhundert von Thomas Blaikie in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Schlossherrn angelegt wurde. Hat man die interessanten Themen- und Mustergärten im Eingangsbereich hinter sich gelassen, führen Alleen und schattige Waldwege hin zum Schloss und in die einzelnen historischen Parkbereiche hinein. Auf weiten Wiesenflächen und zwischen sanft modellierten Hügeln finden die über 200 Jahre alten Baumgruppen und Solitäre den idealen Raum, sich zu entfalten. Schlosspark Dyck

Besondere Blühereignisse im April bieten die weiten Schlosswiesen, sowie die prachtvollen Azaleen- und Rhododendronkulturen im Mai. Kleinteiliger wird die räumliche Gestaltung auf der Orangeriehalbinsel, wo Pflanzbeete und Staudengarten klare Linien bilden.

Der Park birgt eine vielfältige und überaus gut erhaltene Gehölzsammlung. In Alter und Artenreichtum findet man in Europa wenige vergleichbare Anwesen.

Wer Schloss Dyck mit seinem Schlosspark und dem Dycker Feld besucht, kann aus dem Vollen schöpfen: Auf einer Fläche von insgesamt mehr als 70 Hektar spannt sich der Bogen von der historischen Gartenkunst bis zur modernen Landschaftsarchitektur, tausend Jahre Schloss- und Baugeschichte werden erlebbar. Wissenschaft, Gartenpraxis, außergewöhnliche Veranstaltungen und Ausstellungen gehen hier Hand in Hand und machen Dyck zu einem immer wieder neuen Erlebnis.

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Das Zeitalter der Aufklärung war eingeläutet, als Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck im 18. Jahrhundert die Herrschaft über das Anwesen übernahm. Er war Botaniker und Pflanzensammler, er reiste und nahm Verbindung zu botanischen Gärten vieler Länder auf, so dass seine Sammlung mit 1500 Arten schließlich zu den größten in Europa gehörte. Den Park von Schloss Dyck ließ Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck im frühen 19. Jahrhundert von Thomas Blaikie im landschaftlichen Stil anlegen. Der schottische Landschaftsarchitekt konnte die gesammelten exotischen Sträucher und Bäume an exponierte Stellen pflanzen und dem Park jenen Charakter geben, der ihn bis heute europaweit zu einer Besonderheit macht.

Zu selten erlebbarer Größe und Schönheit ist im Laufe der Jahrhunderte beispielsweise der Tulpenbaum auf der Orangeriehalbinsel herangewachsen. Mit einem Umfang von 110 Metern stellt die Rieseneibe auf der südlichen Schlosswiese eine wahrhaft imposante Erscheinung dar. Ein Riesenmammutbaum und verschiedene Pappelarten leisten ihr Gesellschaft, eine Sumpfzypresse aus Florida ragt in den Himmel, zu finden am Ufer gegenüber dem Südflügel des Schlosses. Geweihbaum, Robine und Säuleneiche gehören zu den vielen charakterstarken Raritäten, die man anhand dezenter Hinweistafeln gut identifizieren kann.

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„Einblicke – Ausblicke“ sind im Park in ungezählten Variationen erlebbar. Brücken und Wege führen hin zum Schloss, Alleen und Sichtachsen setzen die Barockarchitektur immer wieder eindrucksvoll in Szene. Mal dient die malerisch gestaltete Natur als Rahmen, mal ist sie selbst das Hauptmotiv einer Bildkomposition, eingefasst von einem Fenster oder Torbogen des Schlosses. Die dendrologischen Raritäten des Schlossparks bilden darin Anziehungspunkte von höchster Ausdruckskraft, um sie herum scheint sich die Natur ins Unendliche fortzusetzen.

Jeder Besucher mag seinen persönlichen Lieblingsplatz im Park selbst finden. Zu den Favoriten zählt dabei gewiss das barocke Brückentorhaus, das man auf dem Weg zur Orangeriehalbinsel durchschreitet. Von hier schaut man in den Park und auf das Hochschloss, wie es sich in voller Schönheit auf der ruhigen Wasserfläche des Weihers spiegelt. Natürlich rangiert auch die Orangerie mit ihrer Sonnenterrasse auf hoher Ebene, von dort genießt man den Blick auf die Halbinsel und ihre quadratischen Pflanzbeete, die an die botanische Sammelleidenschaft des Fürsten Joseph erinnern. Zur schattigen Rast lädt der Staudengarten der Gräfin ein, der mit seinem geschlossenen Charakter Geborgenheit vermittelt und der gleich am benachbarten Teehaus zu finden ist.

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Jeder prominente Ort im Park genießt seinen Ruf zurecht. Darüber hinaus sollte man aber weitere Schritte gehen: Dann erschließen sich die romantischen und lauschigen Plätze, die man mit etwas Glück im weitläufigen Park ganz für sich allein genießen kann. Es ist wirklich ein Versäumnis, wenn man – nach dem Schlossbesuch – bereits ab der Orangeriehalbinsel wieder kehrt macht. Man verpasst beispielsweise die halbrunde Steinbank „Exedra“, die im Mai zur Rast einlädt, nachdem man das leuchtende Orange, Gelb, Violett und Weiss des Mattern`schen Azaleengartens bewundert hat, oder die üppige rosa- und lilafarbene Pracht der riesigen Rhododendren. Die prächtigsten Exemplare warten vor dem Waldpavillon/ Ausgang auf die Besucher.

Vor allem im Frühjahr ist es nicht schwer, die duftende Magnolienwiese zu entdecken, oder die Kelzenberger Bachwiese, auf der die Himmelsschlüssel und das Wiesenschaumkraut blühen. Wer Bärlauchblüten sehen möchte, kann den entsprechenden Parkraum „erklettern“, denn er befindet sich gleich hinter dem Seil- und Kletterwald, der den Abschluss der Themengärten markiert. Doch auch ohne akrobatische Leistung ist dieses Areal über die angelegten Wege erreichbar. Weit und hügelig erstreckt sich die große Parkwiese mit dem Lindenrondell und markanten alten Bäumen. Welcher Ort könnte schöner für ein Picknick sein?

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Noch ein „verborgener Ort“ sei erwähnt: Hinter der berühmten Barockbrücke führt der Weg auf der Südseite des Schlosses am Ufer entlang zu einer Holzbrücke. Sie liegt im Schatten versteckt und lenkt den Weg weiter in eine kleine Schlucht, die zur einen Seite flankiert wird vom Schloss und zur anderen von mächtigen Nadelbäumen. Hier ist es selbst an heißen Sommertagen erfrischend kühl, und es bieten sich interessante Blickwinkel.

Der Herbst hält spektakuläre Farbenspiele bereit, bringt leuchtendes Gelb, sattes Braun und dramatisches Rot. Der Winter schärft die Kontraste, lässt die Konturen deutlich hervortreten, so dass jede Jahreszeit im Park ihre Reize hat.

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Interessante Gestaltungsmöglichkeiten für das private Grün werden dem Gartenliebhaber im praxisorientierten Bereich gleich hinter dem Eingang präsentiert: von renommierten Landschaftsgärtnern angelegte Mustergärten zeigen, wie man auch kleine Gärten in eine Oase verwandeln kann. Themengärten machen Geschichte erlebbar, ein Baumhoroskop gibt Auskunft, ein Labyrinth-Spielplatz und ein Klettergarten begeistert die jüngsten Besucher. Das Thema Bambus beherrscht eine eigene Fläche und wird in vielen Varianten und Einsatzmöglichkeiten vorgestellt.

Eingebettet in China-Schilf befinden sich auf dem Dycker Feld mehr als 20 quadratische „Gartenräume“, die das Thema Landschaftsgestaltung künstlerisch und abstrakt angehen. An prominenter Stelle, nämlich dem Kreuzungspunkt mehrerer Sichtachsen vor der historischen Maronenallee, fallen die „Zehn Variationen eines Blocks“ besonders auf. Hier hat der bedeutende und international renommierte Bildhauer Ulrich Rückriem eine Skulpturengruppe aus etwa drei Meter hohen Granitblöcken inszeniert, die – je nach Standpunkt – wie eine geschlossene Mauer wirken, beim Umrunden aber immer neue Durchsichten freigeben.

Der Schlosspark entwickelt sich ständig weiter. So präsentiert sich der Eingangsbereich vor der Torburg seit 2011 in seinem ursprünglichen barocken Charakter: Eine dritte Allee aus 35 Amberbäumen komplettiert das bestehende Alleensystem, das jetzt wieder die historische Form des „Patte d’oie“ oder „Gänsefuß“ bildet.

Im Herbst 2011 wurden in der Tradition Fürst Josephs über 30 seltene Buchen, Hainbuchen, Eichen und Blütengehölze im Englischen Landschaftsgarten gepflanzt. Weil dort Hortensien schon zur Zeit Fürst Josephs blühten, wird sich das für 2012 geplante „Tal der Hortensien“ harmonisch in den Park einfügen: Rund 500 historische Hydrangea-Sorten einer Privatsammlung sorgen – begleitet von Farnen, Funkien und Mammutblatt – bis in den Herbst für einen Blütenflor in weiß, blau und rosa. Auch die alljährlich ausgesäten Blumenwiesen versprechen eine reiche Blütenpracht bis zum ersten Frost.

In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist in der Gartenpraxis ein Spalierobst-Garten entstanden. Moderne Materialien bilden den Rahmen für die regionalen historischen Obstsorten. Zwei weitere Schaugärten sind in Planung: Ein sonnendurchfluteter Staudengarten und ein Garten mit Schwimmteich.

Eine ehemals auf dem Orangerie-Parterre beheimatete Ginko-Sammlung hat auf dem Dycker Feld eine neue Bleibe gefunden. Dafür wurde auf dem Parterre eine Echinacea-Sammlung angelegt. Kannte man den Sonnenhut ursprünglich nur in weiß und purpur, sind in Schloss Dyck neue Züchtungen in Gelb, Orange und Rottönen zu bewundern.

Sichtachsen geben den Blick frei auf das Barockschloss, das sich mit neu verschlämmter Fassade in den Gräften spiegelt.

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Adresse:
Stiftung Schloss Dyck
41363 Jüchen (Kreis Neuss, NRW)
Tel: 02182-824-0
E-mail: info@stiftung-schloss-dyck.de
Website: www.stiftung-schloss-dyck.de

 

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Eigentümer:
Stiftung Schloss Dyck

Öffnungszeiten:
Sommersaison von April bis Oktober:
Park: Di – Fr 10.00 bis 18.00 Uhr; Ausstellung im Schloss: 14.00 bis 18.00 Uhr
Park: Sa/So/Feiertage 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Ausstellung im Schloss: 12.00 bis 18.00 Uhr

Wintersaison ab November bis März:
Park: Di – Fr 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ausstellung im Schloss: geschlossen
Park: Sa/So/Feiertage 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ausstellung im Schloss: 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Verweildauer im Park bis zum Einbruch der Dunkelheit

Preise:
Erwachsene 9 Euro
Ermäßigt 6 Euro
Kinder von 7-16 Jahre 1,50 Euro
Kinder bis 6 Jahre frei
Ermäßigte Abend- und Gruppenkarten

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Aktuelle Informationen zum Kulturprogramm finden Sie auf der Website: www.stiftung-schloss-dyck.de

Touristische Informationen:

  • Restaurant/Cafe: Am Eingang des Parks (Botanica) Di-So 10 – 18 Uhr und SchlossCafé im Hochschloss, nur an Wochenenden und Feiertagen von 10 – 18 Uhr (Winter 10-17 Uhr)
  • WC: Am Eingang des Parks und im Schloss
  • Parken: Ausgewiesene kostenlose Parkplätze
  • Shop: ja
  • Verkauf regionaler Produkte (Äpfel, Honig, Marmelade, Säfte u.a.) am Eingang des Parks
  • Gärtnerei: Verkauf von Schnitt- und Topfpflanzen, Stauden und Gartenzubehör
  • Dauerausstellung und temporäre Ausstellungen im Schloss, im Teehaus und in der Orangerie
  • Beschilderung im Park und an den Pflanzen: ja
  • Bänke im Park: ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer. 2-3 Stunden
  • Barrierefreier Zugang: Die Hauptwege sind für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich
  • Programm für Kinder: ja

Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park finden Sie auf der Website: www.stiftung-schloss-dyck.de