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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Schloss- und Auenpark Neuhaus

Durch die Landesgartenschau im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus entstand 1994 rund um das Schloss der heutige Schloss- und Auenpark. Die gesamte Parkanlage setzt sich aus dem teilrekonstruierten Schlosspark und dem Erholungsgebiet der ökologisch gestalteten Auenbereiche von Alme, Lippe und Pader zusammen.

Die Gräfte – der das Schloss umschließende Wassergraben –, die Teilrekonstruktion des historischen Barockparterres mit den begleitenden Lindenalleen und die historischen Gartenskulpturen vermitteln heute wieder einen nachhaltigen Eindruck von der Pracht der Gartenanlage zu Zeiten der Fürstbischöfe.

Entlang der Flussauen führt eine am Thema „Lebensraum Flussaue“ orientierte Grünverbindung – begleitet von Spielplätzen und Erlebnisräumen – aus dem Paderborner Stadtzentrum über Schloß Neuhaus bis hin zum Lippesee.

Im Zuge der Landesgartenschau im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus entstand 1994 der Schloss- und Auenpark. Er setzt sich aus dem rekonstruierten Schlosspark der einstigen bischöflichen Residenz und dem Erholungsgebiet der ökologisch gestalteten Auenbereiche von Alme, Lippe und Pader zusammen.

Schloß Neuhaus“ liegt auf einer durch die drei Gewässer gebildeten Halbinsel. Das ursprünglich bischöfliche Residenzschloss wurde in mehreren Bauabschnitten zwischen 1370 und 1597 erbaut. Zu dieser Zeit existierte an diesem deutschlandweit bedeutsamen Schloss bereits ein Renaissancegarten.

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Im 18. Jahrhundert wurde die gesamte Anlage unter dem machtvollen Kölner Kurfürsten und Paderborner Fürstbischof Klemens August von Bayern (1700 – 1761) zur repräsentativen Barockresidenz ausgebaut. So wurden eine Durchfahrt zur Gartenfront und neue Brücken über die Gräfte erstellt.

Mit der Planung und dem Bau der Gartenanlage wurde 1725 nach Plänen des Paderborner Baumeisters Christoph Nagel begonnen. Der Plan wurde 1736 anlässlich des 900. Libori-Jubiläums in der hierzu herausgegebenen Festschrift veröffentlicht. Für die Ausführung des prachtvollen Gartens holte man den Schönbrunner Hofgärtner Hatzel aus Wien. Eine authentische Bestandsaufnahme gibt der Plan von 1753 wieder.

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Das Herzstück dieser streng symmetrisch ausgerichteten Parkanlage bildete im Zentrum der Längs- und Querachsen ein großes Wasserbecken mit einer hohen Fontäne. Unmittelbar am Schloss legte man ein kunstvolles Rasenparterre („parterre à l’angloise“) an, dessen Ornamentik von Rasenmustern, Schmuckbeeten und bunten Kiesflächen gebildet wurde. Jenseits der großen Fontäne setzte sich der Park mit einem regelmäßigen Boskett aus Eiben fort. Gerahmt wurde der Garten von doppelreihigen Lindenalleen mit langen Rasenbändern, die am Lippeufer in einem großen Halbkreis zusammenliefen.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts und der Säkularisation verfiel die Anlage in wenigen Jahren. Fast zwei Jahrhunderte wurde die Schlossinsel dann als Militärstandort genutzt. In der Folge bebaute man den Parkbereich mit Kasernen und Stallungen und nutzte die verbliebenen Flächen als Exerzier- und Reitplatz.

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Die „Wiedergeburt“ des barocken Gartens geschah 1994 im Zuge der Landesgartenschau, nach Beendigung der militärischen Nutzung. Teilbereiche des Barockgartens wurden detailgetreu rekonstruiert. Nach Originalplänen aus dem 18. Jahrhundert bilden nun wieder niedrige Buchsbaumhecken die Umrisse des barocken Parterres. Roter Ziegelsplitt, weißer Marmorkies und schwarzer Hammerschlag konturieren die ornamentalen Strukturen. Dazwischen lockern grüne Rasenflächen die strenge Ordnung auf. Eingerahmt wird dieser Teil des Gartens durch Blumenrabatten mit wechselnder Bepflanzung, die nach Originalplänen zusammen gestellt sind. Besonders im Frühjahr und Sommer bildet der Parterrebereich mit seiner wechselnden Bepflanzung und den Wasserspielen die Hauptattraktion für die Besucher.

Der Rekonstruktion des großen Barockgartens wurden durch verschiedene Gebäude deutliche Grenzen gesetzt. Daher wurde auf die Wiederherstellung der großen Fontäne verzichtet und stattdessen hier ein Brunnentheater errichtet. Der ursprüngliche Umriss des Fontänebeckens ist jedoch durch Pflasterung sichtbar gemacht worden. Von der Plattform des Brunnentheaters ergeben sich sehr schöne Ausblicke über das Parterre hinweg auf das Schloss mit der 1994 wiederhergestellten Schlossgräfte und den Lindenalleen. Hierbei hat man zugunsten der Erhaltung des alten Baumbestandes von einer vollständigen Wiederherstellung abgesehen.

Sehenswert sind auch die originalen barocken Gartenskulpturen am Bürgerhaus. Sie stellen symbolisch die 12 Monate des Jahres dar.

Leicht zu übersehen ist der wieder hergestellte Kabinettsgarten an der Stadtseite, der direkt vor dem ehemaligen Arbeitszimmer von Fürstbischof Clemens August liegt.

Im Norden des Parks endet die Lindenallee am „Geophytenwäldchen“. Auf dem Waldboden entfaltet sich im Frühling ein prachtvolles Blütenmeer aus Anemonen und anderen Frühblühern. Weiter westlich erlebt man am Zusammenfluss der wasserreichen Alme und Lippe das Thema Wasser in ganz eigener Weise. Im Sommer kann man zudem seine Füße im flachen Wasser kühlen.

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Im Rahmen der Landesgartenschau 1994 galt es außerdem auch, die Flussauen und die intensiv landwirtschaftlich genutzten, von Strassen zerschnittenen Flächen im Auenpark für die Erholung nutzbar zu machen. Damit wurde ein zusammenhängendes Band von Erholungsgebieten entlang der Flusslandschaften von der Paderborner Innenstadt bis zum Lippesee geschaffen.

ET_owl_besinfo_neuhausAdresse:
Schloßpark und Lippesee GmbH
Im Schloßpark 10
33104 Paderborn (Kreis Paderborn, NRW)
Tel.: 05254-80192
www.schlosspark-paderborn.de

Eigentümer:
Stadt Paderborn

Öffnungszeiten:
Der Park ist ganzjährig zugänglich

Preise:
Freier Eintritt. Museen und einige Veranstaltungen sind eintrittspflichtig

Kulturprogramm und Ausstellungen:
Aktuelle Informationen zum Kulturprogramm finden Sie auf der Website www.schlosspark-paderborn.de

Touristische Informationen
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  • Cafe/Restaurant: Im Park
  • WC: Im rechten Flügel des Bürgerhauses
  • Parken: Zur Gartenschau, Almering, Am Schloßgarten
  • Bänke im Park: Ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 2 Std. bis ganzer Tag
  • Barrierefreier Zugang: Die Wege sind für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich.
  • Programm für Kinder: Ja

Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park: Rechts neben dem Haupteingang befinden sich ein historischer Plan des Gartens und eine Übersichtskarte des Schloss- und Auenparks. Geländepläne und ausführliche Informationen zum Parks finden Sie auch unter www.schlosspark-paderborn.de

Anfahrt:

Vom Hauptbhf. Paderborn, Padersprinter Buslinien 1/ 8/ 11,
BVO Buslinien 420/ 444/ Richtung Schloß Neuhaus