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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Schlosspark Hovestadt

Im südlichen Münsterland liegt an einer Schleife der Lippe Schloss Hovestadt. Das Renaissanceschloss, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert dokumentiert ist, ist Sitz der gräflichen Familie von Plettenberg.

Die in den 1990er Jahren nach einem historischen Plan aus dem 18. Jahrhundert instandgesetzte Parkanlage vermittelt dem heutigen Besucher einen Eindruck von einem typischen, spätbarocken Garten des westfälischen Landadels. Diese Gartenanlagen hatten in ihrer Entstehungszeit keinen besonderen Anspruch an Repräsentation oder zur Schaustellung. Sie waren vielmehr dem Vergnügen und der Unterhaltung der Besitzerfamilie vorbehalten.

Das die Schlossanlage umspannende, weitläufige Gräftensystem gliedert auch den Park in einzelne, deutlich voneinander getrennte Gartenpartien: Schlossinsel, Garteninsel, Halbmond mit Heckentheater aus formal geschnittenen Hainbuchen – eine Rarität in Westfalen -, Boskett mit Baumsaal, Goldfischteich, Sternbusch und Nutzgarten.

Das Eindrückliche der Gartenanlagen am Schloss Hovestadt sind die raumbildenden Strukturen der Hecken- und Baumpflanzungen. Ein Besuch des Parks ist deshalb vom Austrieb des Laubes im Frühjahr bis zum Laubfall im Herbst zu empfehlen.

Im südlichen Münsterland liegt an einer Schleife der Lippe Schloss Hovestadt. Das wohl ursprünglich als Vierflügelbau geplante Herrenhaus steht auf einer Insel im großen Hausteich.

Der Zugang zur Vorburg erfolgt durch zwei Torhäuser, die von vier eingeschossigen Wirtschaftsbauten flankiert werden. Der Ausbau der Vorburg mit diesen Gebäuden erfolgte nach der Übernahme des Schlosses durch die Familie von Plettenberg und nach Plänen des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun. Die Schlosskapelle und eine Orangerie sind in die langgestreckten Gebäude integriert. Die von Norden nach Süden verlaufende Auffahrtsachse vom Schloss zu den Torhäusern wird durch eine Allee aus Rosskastanien betont. Sie wird in der Mitte durch eine optische Ost-Westachse gekreuzt.

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Östlich der Vorburg liegen die von einer Gräfte umschlossenen Gartenanlagen des Schlosses. Die Anlagen wurden ebenfalls um 1733 im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Wirtschaftsbereiches erstellt. Ein “Situationsplan mit Gärten” aus dem 18. Jahrhundert, die einzige historische Quelle über den Garten, zeigt die Anlagen in geometrischen Formen nach französischem Vorbild.

Die gegen Ende des 18. Jahrhunderts geplanten Erweiterungen des Schlossgartens um Anlagen im frühen landschaftlichen Gartenstil kamen letztlich nicht zur Ausführung. Der fürstlich schaumburg-lippische Architekt und Landbaumeister Clemens August von Vagedes plante seinerzeit rund um das Schloss zahlreiche Gartenbereiche, mit denen er die bestehenden spätbarocken Gärten behutsam ergänzen wollte. Kurz vor Baubeginn starb von Vagedes 35jährig, seine Planungen wurden nie ausgeführt.

Nach der Blütezeit der Gärten und der Zeit der intensiven Pflege und Nutzung verwilderten die Anlagen zunehmend, der Park verfiel in einen Dornröschenschlaf.

Erst in den 1990er Jahren keimten Bestrebungen auf, den Schlossgarten wiederzubeleben. Obwohl keine detaillierten Pläne aus der Entstehungszeit des Gartens vorhanden waren, ließ sich anhand des Übersichtsplanes aus dem 18. Jahrhundert feststellen, dass sich an den Grundstrukturen und der Art der Bepflanzung bis dato nichts verändert hatte. Der Urzustand des Gartens konnte somit im Rahmen einer Instandsetzung von 1994 bis 1997 in großen Teilen wieder erlebbar gemacht werden. Intensive, mittlerweile raumbildende Baumpflanzungen aus dem 19. Jahrhundert wurden jedoch erhalten und nicht der puristischen Rebarockisierung geopfert. Seit 1997 sind die Gartenanlagen am Schloss Hovestadt der Öffentlichkeit zugänglich.

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So wird dem heutigen Besucher ein interessanter Eindruck von einem typischen, spätbarocken Garten des westfälischen Landadels vermittelt. Diese Gartenanlagen hatten in ihrer Entstehungszeit keinen besonderen Anspruch an Repräsentation. Sie waren vielmehr dem Vergnügen und der Unterhaltung der Besitzerfamilie vorbehalten.

Das weitläufige Gräftensystem umspannt die Schlossanlage und gliedert auch den Park in einzelne, deutlich voneinander getrennte Gartenpartien:

Der ehemalige Nutzgarten, ein von hohen Windschutzhecken umfriedeter Gartenteil, wird heute als Weide und zur Kultivierung von Nadelgehölzen genutzt. Durchblicke in den Hecken auf der Hälfte der Mittelachse lassen noch heute die optische Nord-Südachse erkennen.

Im Osten schließt sich der “Sternbusch” mit seinen von hohen Hecken umfassten acht Wegen an, die von einem Mittelplatz ausgehen. Die Diagonalachsen dieses Wegesystems sind von untergeordneter Bedeutung, die Nord-Südachse jedoch leitet zum anschließenden Boskett mit dem Heckentheater über.

Im südlichen Bereich dieses Gartenquartiers liegt ein runder Baumsaal, ein Kranz aus 6 mächtigen, hochgewachsenen Linden. Das Heckentheater besteht aus einer doppelreihigen Hainbuchenhecke. Die in der Verwilderungszeit der Anlage durchgewachsenen Hainbuchen sind mittlerweile wieder gut gepflegt. Im Scheitel des halbmondartigen Heckenraumes befinden sich die “Bühne” sowie die perspektivischen Heckenkulissen mit Seitengängen.

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Über eine weiße Holzbrücke gelangt man auf die Garteninsel östlich des Schlosses. Diese fast quadratische, ganz im Wasser gelegene Fläche, stellt heute eine waldartige Kulisse dar. Ein Wegesystem entlang der Grenzen erlaubt einen Rundgang durch diesen Gartenteil mit reizvollen Ausblicken auf das Schloss und die umgebende Landschaft. An den Nordwest- und Südwestecken sind kleine Sitzplätze ausgespart. Der aufmerksame Beobachter bemerkt in der Mitte der Garteninsel eine große, abgesenkte Fläche. Ob es sich bei dieser Fläche um einen ehemaligen Weiher oder möglicherweise um ein sogenanntes “Boulingrin”, eine Rasenfläche für Ballspiele handelt, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren.

Der Garten auf der Schlossinsel ist der heutige Privatgarten der gräflichen Familie und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Eindrückliche der Gartenanlagen am Schloss Hovestadt sind die raumbildenden Strukturen der Hecken- und Baumpflanzungen. Ein Besuch des Parks ist deshalb vom Austrieb des Laubes im Frühjahr bis zum Laubfall im Herbst zu empfehlen.stenberg, als er 1665 den heute als Rabe-Quelle (Hauptquelle) bekannten Driburger Sauerbrunnen fassen und 1669 eine doppelreihige Lindenallee anlegen lässt. Später kommt eine weitere Allee in südlicher Richtung hinzu. Diese beiden Alleen bestimmen noch heute die Grundstruktur der gesamten Kuranlagen. Für den weiteren Ausbau sorgt Fürstbischof Clemens August, als er 1743 über dem Brunnen einen achteckigen Pavillon sowie ein Packhaus zum Versand des Wassers errichten lässt.

Schloss Hovestadt (Kreis Soest, NRW)
Schloss 1
59510 Lippetal / Hovestadt
Tel. 02923-526

Eigentümer:
Elmar Graf von Plettenberg

Öffnungszeiten:
Die Anlage ist frei zugänglich. Nur Außenbesichtigung des Schlosses möglich.

Preise:
Der Park ist kostenlos zugänglich.

Touristische Informationen:

  • Gartenführungen: Ja. Anfragen an Gemeinde Lippetal, Tel. 02923/980228, www.lippetal.de
  • Cafe: Nein
  • WC: Im Cafe des nächsten Ortes Lippetal-Herzfeld
  • Parken: In der Nähe des Parks gegenüber der Kirche
  • Beschilderung im Park und an den Pflanzen: Nein
  • Bänke im Park: Ja
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 1 Stunde
  • Behindertengerecht: Die Hauptwege sind für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich
  • Programm für Kinder: Nein

Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park:

  • Am Parkeingang steht ein historischer Übersichtsplan.
  • Ein Infoflyer mit Details zur Parksanierung und einem historischen Plan (50 Cent) liegen in einem Kasten am Parkeingang bereit.
  • Beschilderung im Park und an den Pflanzen: Nein

Anfahrt
Mit dem Zug bis Bahnhof Beckum oder Soest
Mit dem PKW über die BAB 2 bis Anschlussstelle 19 (Hamm-Uentrop) oder 20 (Beckum)
oder über die BAB 44 bis Anschlussstelle 56 (Soest) oder 57 (Soest-Ost).

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Rekonstruktion der Parkanlage

von Klaus Schulze

“Rekonstruktion der Parkanlagen von Schloss Hovestadt” – unter diesem Arbeitstitel fanden von Juli 1994 bis Juni 1997 umfangreiche Arbeiten im Schlosspark statt. Daran im Anschluss eröffnete der Besitzer, Elmar Graf von Plettenberg den bisher ausschließlich privat zugänglichen Park im Rahmen eines großen Festes für die Öffentlichkeit.

Zielsetzung der Arbeiten war es, den Alterszustand der barocken Parkanlage zu erhalten und weiter zu entwickeln. Insofern ist der gewählte Arbeitstitel etwas irreführend.

Denkmalpflege im allgemeinen und Gartendenkmalpflege im besonderen muss sich immer wieder fragen, welcher historische Zustand eines Denkmals wiederhergestellt oder erhalten werden soll. Gerade bei Werken der Gartendenkmalpflege liegt es in ihrer Natur, dass sie Veränderungen unterliegen. In aller Regel wissen wir nicht, wie die Schöpfer von Parks und Gärten hundert oder zweihundert Jahre später mit ihren Anlagen im Reifezustand umgegangen wären.

Hinzu kommen anthropogene Veränderungen des Denkmals oder seines Umfeldes, durch die möglicherweise sich wiederum ein denkmalwürdiger Zustand entwickelt hat. Diese Veränderungen können auch dazu beitragen, dass sich der Garten oder der Park in einem ganz anderen als dem ursprünglichen Kontext befindet. Beispielsweise ein Hochhaus in einer wichtigen Blickachse der ursprünglichen Anlage oder die Zerschneidung eines Parks durch eine Straße sind bekannte Probleme, mit denen sich die Gartendenkmalpflege auseinandersetzen muss.

Außerdem ist die ökologische Bedeutung und Funktion des Gartendenkmals zu berücksichtigen. Richtig verstanden ist Gartendenkmalpflege das kreative Vermitteln zwischen Historischem und Aktuellem. So kann ein denkmalpflegerisch glaubwürdiger und überzeugender, zugleich aber auch neuer Zustand entstehen. Echte Rekonstruktionen eines belegten historischen Zustandes “X” sind eher die Ausnahme und in den meisten Fällen weder möglich noch wünschenswert.

Die Grundlage für die Arbeiten im Schlosspark Hovestadt bildete ein von den Gartenarchitekten Gustav und Rose Wörner bereits 1982 erarbeitetes Planungsgutachten. Die einzige historische Quelle, auf die die Wuppertaler Gartenarchitekten ihre Untersuchung aufbauen konnten, war die Abbildung eines Plans aus dem 18. Jahrhundert in dem Buch “Alt-Westfalen” von 1912. Die in diesem Plan dargestellten Elemente waren in wesentlichen Teilen auch im örtlichen Bestand noch gut ablesbar wie die Schloss- und Garteninsel, das Heckentheater, das Bousquet und die Heckengärten. Sie sind vermutlich in der Zeit zwischen 1740-60 entstanden. Wie die Gärten im 17. Jahrhundert gestaltet waren, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Im Gegensatz zum Schloss, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert dokumentiert ist, enthalten die Archive keinerlei Unterlagen zu den Gärten.

Heute stellt die Anlage von Schloss Hovestadt ein wertvolles Zeugnis eines späten französischen Gartens aus der Mitte des 18. Jahrhunderts dar. Auffällig ist die zellenartige Abgeschlossenheit der einzelnen Gartenpartien, deren Zusammenhalt lediglich durch Wegedurchlässe oder Durchblicke gebildet wird. Die gesamte Schlossanlage mit dem Park genießt nicht nur Schutz nach dem Landesdenkmalgesetz, sie wurde auch im Rahmen der UNESCO-Konvention zu einem Baudenkmal von internationaler Bedeutung erklärt. Schloss Hovestadt gilt heute als das wichtigste Werk der “Lippe-Rennaissance”. Die ungewöhnlich reich verzierten Ziegelfassaden auf der Nord- und Ostseite, deren Schmucksystem einzigartig in Europa ist, gehen auf den Baumeister des Schlosses, Laurenz von Brachum, zurück. Auch der berühmte westfälische Baumeister Schlaun ist auf Schloss Hovestadt tätig gewesen. Er baute die Gebäude der Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden, Orangerie, Kapelle und die Brückenanlage zur Schlossinsel. Wer die Parkanlage entworfen hat, ist unbekannt. Das Gartentheater von Hovestadt gilt als gartenhistorische Besonderheit, denn es ist das einzige, das in Westfalen überhaupt je gebaut wurde.

Es sollte bereits ab 1983 mit den Arbeiten begonnen werden. Damals scheiterte das Vorhaben an dem Gemeinderat, der sich in letzter Minute entschloss, die Pflege- und Unterhaltungskosten nicht zu übernehmen. Bereits bewilligte und zum Abruf bereitstehende Fördermittel wurden an das Land zurückgegeben. Es ist schließlich der Initiative des ehemaligen Direktors des Soester Arbeitsamtes zu verdanken, dass das Projekt 14 Jahre später wiederbelebt wurde. Er gewann den Besitzer, Elmar Graf von Plettenberg, dafür, die erforderlichen Arbeiten im Schlosspark im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose durchführen zu lassen. Die sonstigen Kosten (Materialien, Fremdfirmen, Planung und Bauleitung) wurden durch verschiedene Landesmittel (Mittel für den Denkmalschutz und die Dorferneuerung), die Gemeinde Lippetal sowie den Eigentümer finanziert. Langfristig wird der Eigentümer den mit Abstand größten finanziellen Beitrag leisten, da er sich vertraglich verpflichtet hat, den Park mindestens zwanzig Jahre lang öffentlich zugänglich zu lassen und zu unterhalten. Möglicherweise wäre das Vorhaben sonst zum zweiten Mal an dieser Frage gescheitert.

Den Umfang der Unterhaltungsarbeiten hatten Gustav und Rose Wörner bereits in ihrem Gutachten mit 1,1 Arbeitskräften pro Jahr sehr präzise angegeben. Jeder mag sich selbst ausrechnen, welche Summe allein an Personalkosten dadurch in zwanzig Jahren zusammen kommt. Im Mai 1994 wurde das Büro des Soester LandschaftsArchitekten Klaus Schulze, heute BúSúS Boyer Schulze Straßen, LandschaftsArchitekten, mit der Übernahme der Projektleitung, Ausführungsplanung und Bauleitung beauftragt.

Für die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) mussten die Arbeitnehmer gewisse persönliche Randbedingungen erfüllen, die weit über eine Langzeitarbeitslosigkeit hinausgingen. Es war von vornherein klar, dass die Ausführung der Arbeiten durch berufsfremde ABM-Kräfte mit persönlichen Einzelschicksalen eine äußerst intensive Betreuung vor Ort erforderlich machte, die weit über eine normale Bauleitung hinausgehen musste. Wie wichtig die ständige Betreuung tatsächlich war, hat sich erst im Verlauf der Bearbeitung herausgestellt. Als Indiz mag gelten, dass die mit zunächst zwei Jahren bereits großzügig veranschlagte Bauzeit um ein Jahr überzogen wurde. Das führte zum Teil zu erheblichen Belastungen für alle Beteiligten. Zwei Vorarbeiter, die Ende 1996 auf die Baustelle kamen, beeinflussten besonders positiv die Stimmung und Effektivität der Arbeiten. Sie griffen selbst mit Sachverstand zu und verstanden es auch menschlich, die ABM-Kräfte zu motivieren. Der Erfolg einer solchen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hängt ganz wesentlich von der persönlichen und fachlichen Eignung der Vorarbeiter und Betreuer ab.

Die Durchführung sämtlicher Maßnahmen erfolgte in enger Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster und den Gartenarchitekten Wörner. Gustav und Rose Wörner hatten sowohl das Planungsgutachten erarbeitet und wurden für die künstlerische Oberleitung beauftragt. Sie verfügten aufgrund ihrer außergewöhnlichen Erfahrung im Bereich der Gartendenkmalpflege über ein exzellentes Gespür für Details. Das Vorhaben wurde 1998 mit dem Westfälischen Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet, der erstmals für ein Projekt der Gartendenkmalpflege vergeben wurde.

Gustav Wörner (t) formulierte es einmal so: “Barocke Gartenkunst ist Raumkunst.” Präziser und kürzer kann man das, was auch das Wesen der Parkanlagen von Schloss Hovestadt ausmacht, nicht benennen. Die ständig ändernden Perspektiven, die stets sich neu ergebenden Blickachsen, die “Fenster” auf der Garteninsel, durch die erst die Kirche in Herzfeld, die Schlaun’sche Brückenanlage zwischen Vorburg und Schlossinsel oder auch die Wiese mit den Obstbäumen hinter der Rentei inszeniert werden, sind der eigentliche Reiz der Anlage. Er bleibt vielleicht vielen Besuchern, die die üppige barocke Pracht eines großen Gartens von Herrenhausen oder eines Parterres von Nordkirchen suchen, verborgen.

Seit seiner feierlichen Eröffnung im Juni 1997 spielt der Park eine zuvor nicht vorstellbare Rolle in der Gemeinde. Die größte touristische Attraktion sind inzwischen die Hovestädter Musiktage. Hier führten in diesem Jahr zum zweiten Mal das Bochumer Starlight Orchester zusammen mit Gesangsstars Stücke aus verschiedenen Musicals unter freiem Himmel auf. Musik- und Theateraufführungen sowie der in diesem Jahr erstmals im wiederhergestellten Heckentheater gefeierte Erntedankgottesdienst sind weitere Veranstaltungen in der sanierten Parkanlage. In der Gemeinde kann sich bereits heute niemand mehr vorstellen, dass es dieses Angebot vor kurzem noch nicht gab.

 

Autor: Klaus Schulze, Jhrg. 1963, Studium d. Landespflege a. d. Universität Hannover, danach Associate bei CASS Associates, Liverpool, Aufbau d. deutschen Zweigniederlassung, seit 1992 selbständig m. Büro in Soest, seit 1997 BSS, Duisburg/Soest

Quelle: MitgliederZeitung des BDLA NW e.V. – Ausgabe 4/1998
Nach: http://www.bdlanw.bdla.de/archiv97-00/z98407tx.htm