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EUROPÄISCHES GARTENNETZWERK – EGHN

Stadtpark Bochum

Der Stadtpark Bochum präsentiert sich als lebendiger Park im Stile des englischen Landschaftsgartens. Verschiedene Parkräume wie Rosen-, Dahlien-, Rhododendron- oder Staudengarten, der alte vielfältige Baumbestand eingebettet in das abwechslungsreiche Geländerelief und der Teich mit den großen Wasserfontänen machen den Stadtpark zum aktuellen Erlebnis von historischer Gartenkunstgeschichte.

Der Bismarckturm, an der höchsten Stelle des Parks gelegen, ist auch heute noch ein Aussichtsturm mit weitem Blick über den Park. Im historischen Parkhaus befindet sich die Gastronomie im Stadtpark. Ein Wasserspielplatz ergänzt das historische Parkensemble. Für Kunstinteressierte bietet der Park moderne Plastiken von Ales Vesely und Richard Serra.

Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch des Stadtparks zur Rhododendren- und Rosenblüte im Mai und Juni sowie zur Zeit der Herbstfärbung im Oktober und November.

Der Park sowie einige Gebäude des großbürgerlichen Villenviertels der Zeitenwende vom 19. ins 20. Jahrhundert stehen heute wegen ihrer besonderen historischen und künstlerischen Bedeutung unter Denkmalschutz.

Die Schaffung und Gestaltung von Gärten und Parks im Ruhrgebiet ist eingewoben in die historische Raum- und Siedlungsentwicklung der Region.

Die Stadt Bochum besaß den ersten, von der öffentlichen Hand in Auftrag gegebenen und finanzierten Stadtpark im Ruhrkohlenbezirk. Er umfasste ein gut 13 Hektar großes Grundstück in einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Talzug. In der Senke entstanden zwei Teiche. Restaurationsgebäude und Terrassen fügten sich so in den Hang ein, dass die Aussicht auf die Stadt Bochum möglich war. Denkmale und eine Wetterwarte gehörten zu seiner Ausstattung. In der Nordostseite des Parks befand sich die Parkgärtnerei mit einem Ausschank von Milch und Mineralwasser.

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Dem Zeitgeist entsprechend wurde der Stadtpark im „gemischten Stil“ geplant und gebaut. Das heißt, malerische, landschaftliche Gartenräume wurden um geometrische Gestaltungselemente in Verbindung mit dem Parkhaus, Eingangs- und Erschließungsachsen und Schmuckbauten ergänzt. Dem Repräsentationsbedürfnis folgend, pflanzte man gut 700 verschiedene, zum Teil fremdländische Gehölzarten. Ihr bizarrer Wuchs, ihre auffallende Belaubung und ihre kontrastreiche, leuchtende Herbstfärbung erzeugten im bewegten Gelände – wie Zeitzeugen berichteten – „Landschaftsbilder von mannigfachen Reizen“.

Auch wenn dies und die Anlage von üppigen Teppichbeeten nicht der reinen Lehre der großen Gartentheoretiker der Zeit entsprach, so machen heute die prächtigen Exemplare der fremdländischen Laubgehölze wie Götter-, Tulpen-, Amber- und Trompetenbäumen den besonderen Reiz aus.

Erst die letzte große Erweiterung in den Jahren 1903 bis 1905 vollendete die Gesamtanlage: Noch ehe Bochum 1904 durch Eingemeindung von vier Nachbardörfern zur Großstadt wurde, hatte die Kommune im nördlichen Nachbarort Grumme ungefähr 11 Hektar Land gekauft, um den Stadtgarten zu erweitern. Mit dem Entwurf wurde Ernst Finken beauftragt, der einige Jahre lang Direktor der Kölner „Flora“ und seit 1896 als freischaffender Gartenkünstler tätig war.

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Finken folgte den gleichen Prinzipien der Raumbildung und Linienführung wie Anton Strauss um 1870 und schuf bis 1908 aus beiden Parkteilen und den bewaldeten Flächen dazwischen eine Einheit.

Erst 1909 wurde der Grundstein für einen Bismarckturm gelegt, der 1910 eingeweiht wurde. Nach den Plänen von Karl Elkart (Stadtbaurat in Bochum) wurde 1913 ein neues Parkhaus errichtet.

Der Bochumer Stadtpark war und ist auch Impuls für die städtebauliche Entwicklung seines Umfeldes. So legte Bochum 1893 als eine der ersten deutschen Städte für das Gelände rund um den Stadtpark einen „Bereich offener Bauweise“ fest. Der Bebauungsplan von 1910 für diesen Raum stellt den erweiterten Stadtpark in den städtebaulichen Zusammenhang von Park, Bebauung in offener Bauweise, Schulen und Krankenhäusern.

In den Jahren 1933 – 1939 wurde der Stadtpark um einen Tierpark erweitert. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren litt der Park durch unmittelbare Kriegseinwirkungen und einer anschließenden völligen Vernachlässigung. Die Stadt Bochum beseitigte kontinuierlich diese Schäden und gestaltete gleichzeitig neue Parkbereiche.

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Heute präsentiert sich der Stadtpark mit seinen ca. 31 ha, unmittelbar am Rande der Innenstadt gelegen, als lebendiger Park im Stile des englischen Landschaftsgartens mit großer Gartengeschichte. Verschiedene Parkräume wie Rosen-, Dahlien-, Rhododendron- oder Staudengärten, der alte vielfältige Baumbestand eingebettet in das abwechslungsreiche Geländerelief sowie der Teich mit den großen Wasserfontänen machen den Stadtpark zum aktuellen Erlebnis von historischer Gartenkunstgeschichte.

Der Bismarckturm ist heute noch ein Aussichtsturm und im alten Parkhaus befindet sich die Gastronomie im Stadtpark. Ein Wasserspielplatz ergänzt das historische Parkensemble. Das 2001 wiedereröffnete Milchhäuschen ist als Eiscafe bei Groß und Klein sehr beliebt. Für Kunstinteressierte bietet der Park moderne Plastiken von Ales Vesely und Richard Serra.

Der Park sowie einige Gebäude des großbürgerlichen Villenviertels der Zeitenwende vom 19. ins 20. Jahrhundert stehen heute wegen ihrer besonderen historischen und künstlerischen Bedeutung unter Denkmalschutz.

Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch des Stadtparks zur Rhododendren- und Rosenblüte im Mai/Juni sowie zur Zeit der Herbstfärbung im Oktober und November.

Stadtpark Bochum
Bergstrasse
44791 Bochum
www.bochum.de/blaue-linie/

Eigentümer

Stadt Bochum

Öffnungszeiten

Der Park ist ganzjährig geöffnet

Preise

Der Park ist kostenlos zugänglich. Für den Tierpark wird Eintritt erhoben.

Kulturprogramm und Ausstellungen:

Nein

Touristische Informationen

  • Cafe/Restaurant: Im Park können mehrere Restaurants und Cafes besucht werden
  • WC: Am Spielplatz und am Eingang des Tierparks
  • Parken: In den umliegenden Straßen
  • Übersichtskarte und weitere Informationen über den Park: Nein
  • Bänke im Park: Zahlreich vorhanden
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 1,5 Stunden
  • Behindertengerechter Zugang: Der Park ist für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich. Allerdings ist das Gelände sehr hügelig.
  • Programm für Kinder: Wasserspielplatz, Tierpark